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Sehen, kippen, fühlen

Der neue Zehn-Euro-Schein ist da. Ab Herbst kommt er in Kunden-Hände – manchmal aber leider auch in falsche.

© Reuters

Von Harald Schmidt

Jahrelang haben sie getüftelt und über Sicherheitsmerkmale hin und her überlegt. Jetzt liegt das Ergebnis vor. Gestern zeigte EZB-Direktor Yves Mersch die neue Zehn-Euro-Banknote erstmals öffentlich.

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Gegen das Licht gehalten, ist deutlich das Wasserzeichen zu sehen.
Gegen das Licht gehalten, ist deutlich das Wasserzeichen zu sehen. © Reuters
An beiden Rändern des Scheins finden sich tastbare Linien.
An beiden Rändern des Scheins finden sich tastbare Linien. © Reuters

Nach dem überarbeiteten Fünfer im Mai 2013 bringen die Notenbanken am 23. September die zweite Generation der Zehner in Umlauf. „Mit dem neuen 10-Euro-Schein wird es für die Bevölkerung leichter, die Echtheit der Noten zu überprüfen. Für die Fälscher wird es hingegen schwieriger“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Zuletzt waren die Falschgeldzahlen zwar in Europa stark gestiegen, in Deutschland aber rückläufig.

Da ihr Design dem der bisherigen 10-Euro-Note ähnelt, sei der Wiedererkennungswert hoch, sagte Mersch und betonte: „Die Euro-Banknoten und -Münzen sind ein greifbares Symbol unserer Entschlossenheit, die Europäische Union in all ihrer Vielfalt zu unterstützen.“ Die Gemeinschaftswährung habe dazu beigetragen, Millionen von Europäern einander näherzubringen. Mit der „Europa-Serie“ wollen die Notenbanken Geldfälschern einen Schritt voraus bleiben. Insgesamt schätzt die EZB die Gefahr für Verbraucher, mit einer Blüte in Kontakt zu kommen, zwar als gering ein. Doch 2013 kletterten die Falschgeldzahlen in Europa rapide. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) gestern mitteilte, stieg das Falschgeldaufkommen um 26 Prozent. In der Euro-Zone hätten die Behörden 670 000 falsche Banknoten aus dem Verkehr gezogen. In Deutschland haben Geldfälscher 2013 hingegen weniger Euro-Blüten in Umlauf gebracht als im Vorjahr. Polizei, Handel und Banken zogen 39 000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr, wie die Bundesbank mitteilte. Das waren rund sechs Prozent weniger als 2012. Die Bundesbank bezifferte den durch die Fälschungen in Deutschland entstandenen Schaden auf 2,1 Millionen Euro.

„In Deutschland muss man rein rechnerisch 2 000 Jahre alt werden, um einmal mit einer gefälschten Banknote in Berührung zu kommen. In Deutschland kommen fünf falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner, im Euro-Raum zwanzig“, so Thiele. Über die Gründe für diese Unterschiede wollen Bundesbank und EZB nicht spekulieren.

Wem eine gefälschte Banknote dennoch in die Finger kommt, der sollte sofort die Polizei verständigen. Auf keinen Fall darf das Falschgeld weitergegeben werden. Wer dies tut, macht sich strafbar. Gefälschte Banknoten können Verbraucher aber relativ einfach erkennen. Am besten, sie wenden das Prinzip „Sehen, fühlen, kippen“ an.

Fälscher konzentrieren sich meist auf ein oder zwei Sicherheitsmerkmale. Wer einen Euro-Schein erhält, sollte ihn sich daher genau ansehen und mehrere Merkmale überprüfen. Im Gegenlicht sollten zum Beispiel das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden zu sehen sein. Die Abkürzungen der EZB („BCE ECB EZB EKT EKP“), die auf jedem Euro-Schein zu finden sind, sind leicht erhaben. Wer mit dem Finger darüberstreicht, kann schnell erkennen, ob er eine Blüte in der Hand hält. Wie der überarbeitete Fünfer wird der Zehner zudem etwas dicker und schwerer als sein Vorgänger, weil er mit einem Speziallack überzogen ist. Das soll die Banknote, die häufig den Besitzer wechselt, strapazierfähiger machen. Beim Kippen des Scheins erscheinen im Hologramm verschiedene Motive. Die Zahl, die den Wert der Banknote angibt, ändert ihre Farbe. (dpa)