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Seifhennersdorfer «Schulrebellen» machen weiter

Seifhennersdorf gegen den Rest der Welt? Der Kampf um die örtliche Mittelschule geht weiter. Die Signale aus Dresden stehen aber eher auf Rot.

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Dresden. Das Ringen um die Mittelschule von Seifhennersdorf in Ostsachsen geht weiter. Der von den Eltern selbst organisierte Unterricht für 13 Fünftklässler werde nach den Osterferien fortgesetzt, sagte Elternsprecher Andreas Herbig am Mittwoch in Dresden. «Unsere Kinder gehen gern in die Schule.»

Bürgermeisterin Karin Berndt (parteilos) appellierte an das Kultusministerium, doch noch grünes Licht für den Fortbestand der Schule zu geben. Sie brachte erneut das Modell einer von der Stadt in Eigenregie betriebenen Schule ins Gespräch. Das Kultusministerium winkte erneut ab: Eine Kommune könne kein Schulträger sein. «Aber es steht noch immer unser Angebot, die Gründung einer freien Schule zu unterstützen», sagte Sprecher Dirk Reelfs der Nachrichtenagentur dpa.

Berndt hatte zuvor diesem Vorschlag eine halbe Absage erteilt. «Wir wollen den Freistaat nicht aus seiner Pflicht für die Bildung unserer Kinder entlassen», sagte sie. Zudem verwies sie darauf, dass Stadt und Eltern nicht die wirtschaftliche Kraft für eine freie Schule hätten. Es gebe vermutlich nicht genügend Sponsoren, und auch die Eltern würden Mühe haben, das nötige Schulgeld aufzubringen. Die Mittelschule müsse im Ort bleiben, dafür gebe es ein öffentliches Bedürfnis.

Wie groß der Rückhalt bei den Seifhennersdorfern für das Anliegen der «Schulrebellen» ist, vermochte die Bürgermeisterin nicht einzuschätzen. Es sei jedenfalls noch niemand an sie herangetreten und habe ein Einknicken verlangt. Gleichwohl gebe es in den Nachbargemeinden Kritik, in denen die Schüler eigentlich unterrichtet werden sollen. Seit vergangenem September organisieren Eltern den Unterricht für ihre Sprösslinge mit derzeit sieben pensionierten und freiberuflichen Lehrern selbst. Der Unterricht gilt als illegal. (dpa)