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Seit 63 Jahren geht es auf den Turm

Großröhrsdorf und Bretnig- Hauswalde setzen die Tradition des Neujahresempfanges fort. Das Bürgerengagement steht dabei weiter im Mittelpunkt.

© privat

Großröhrsdorf/Bretnig-Hauswalde. Neujahrsempfang im Rödertal. Diesmal ohne Großröhrsdorfs Bürgermeisterin. Kerstin Ternes musste sich vertreten lassen. Wegen einer Erkrankung konnte sie nicht am Empfang teilnehmen, aber ihr Stellvertreter, Stadtrat Dietrich Krause (CDU), und Kämmerin Katrin Säring übernahmen ihren Part reibungslos. Immerhin ging es ja wieder um die Ehrung engagierter Bürger. Das hat Tradition. Wie auch die Tatsache, dass Bretnig-Hauswalde und der Gewerbeverein Rödertal gemeinsam zum Empfang einladen. 70 Gäste kamen diesmal ins Café Kaufer. Darunter auch Arndt Freudenberg, den viele noch als Chef der Großröhrsdorfer Keksfabrik kennen. Doch geehrt wurde er für seinen Einsatz im Verein „Einigkeit“, dessen langjähriger Präsident er war. „Mit seiner ruhigen Art hat er sich innerhalb des Vereins, aber auch nach außen hin Respekt verschafft“, so Katrin Säring. Er habe sich mit Herzblut für den Verein und seine Vorhaben eingesetzt. Bestes Beispiel ist wohl das alljährliche Einigkeitsfest.

Ein kleines Museum ganz groß

Aktive Vereinsarbeiter wie Arndt Freudenberg standen also im Mittelpunkt des Auszeichnungsmarathons. Und Stadtsprecherin Anja Kurze weiß auch warum: Weil sie das Gesellschaftliche in der Stadt bereichern und mit ihren Vereinen dafür sorgen, dass etwas los ist im Rödertal. Dafür das große Dankeschön zum Neujahrsempfang. Das überbrachte Dietrich Krause auch dem Restaurator Mathias Hennig. 2004 war er eines von sieben Gründungsmitgliedern, welche den Heimatverein wieder belebten. Seit 2007 ist er Vorsitzender, der sich vor allem um das Heimatmuseum in Großröhrsdorfs ältestem Haus kümmert. Mit interessanten Ausstellungen lenkt der Verein immer wieder das Interesse auf das kleine Museum. In dessen Dienst Mathias Hennig auch seine handwerklichen und restauratorischen Fähigkeiten stellt. Der dritte im Bunde der Großröhrsdorfer Geehrten war in diesem Jahr Wolfgang Schüler: „Seit nunmehr 63 Jahren steigt er mindestens einmal in der Woche auf den Turm des Rathauses, um die Uhr aufzuziehen und zu warten. „Dabei sorgt er zuverlässig dafür, dass die Minuten- und Stundenzeiger der zwei Ziffernblätter stets die korrekte Zeit für alle Großröhrsdorfer Bürger und Gäste anzeigen“, sagte Katrin Säring. Was für eine Leistung!

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Eine Revue als Straßenfeger

Für Bretnig-Hauswalde übernahm Bürgermeisterin Katrin Liebmann die Laudationen für die verdienten Bürger – wie Siegfried Klose vom Heimatförderverein Bretnig-Hauswalde. Er ist ein Mitglied der ersten Stunde. Unter seiner Federführung wurden Veranstaltungen wie die Ausstellungen zum Open Air auf dem Dorfplatz organisiert. Und er war der Initiator und Macher mehrerer Kalender über Bretnig-Hauswalde und schrieb Bücher zur Ortsgeschichte. Christine Haufe vom Revueclub Bretnig-Hauswalde wiederum schrieb 2000 nicht nur das Drehbuch für die erste Revue „Bretnig-Hauswalde im Wandel der Zeit“. Sie führte auch Regie. Das war anlässlich der Jubiläen 650 Jahre Bretnig und 730 Jahre Hauswalde. Seitdem sind die Revuen ein Straßenfeger in der Gemeinde. Jedes Jahr schrieb Christine Haufe bis zu zwei Stücke. Seit 16 Jahren ist sie der kreative Kopf im Verein, sie leitet die Proben, setzt die Ideen in Kostüme und Bühnenbild um.

Ihre Namensvetterin Grit Haufe vom TSG Bretnig-Hauswalde hat sich dem Turnen verschrieben und trainiert die Kinder und Jugendlichen. Deren Erfolge kommen nicht von ungefähr. Grit Haufe weiß: Dafür muss man immer auf der Höhe der Zeit sein. Für jede Altersklasse sind immer wieder neue Elemente zu erlernen, deren Schwierigkeitsgrad steigt. Dazu gehört auch, die Risiken richtig einzuschätzen, auf jede einzelne Turnerin bezüglich ihres Talentes und Könnens einzugehen. „Sie motiviert ihre Mädels, freut sich mit ihnen, wenn das neue Element, die neue Übung sitzt.“ Manchmal muss sie aber ebenso trösten, wenn es nach vielen Versuchen immer noch nicht klappen will oder wenn in einem Wettkampf mal alles schieflief. Neben ihrer Tätigkeit als Übungsleiterin ist sie auch als Kampfrichterin aktiv. Auch hierfür ist Weiterbildung nötig. „Wer sich das Neujahrsturnen angeschaut hat, der konnte sehen, wie sehr Grit Haufe das Turnen am Herzen liegt, wie eng sie mit ihren Turnmädels verbunden ist.“ (szo)