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Sekt für die Ladys, Selters für die Kerle

Die Premiere des Löbauer „Mädelsabend“ mit langen Geschäftsöffnungszeiten findet große Zustimmung. 2019 soll es eine Wiederholung geben.

© Matthias Weber

Von Constanze Junghanss

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Löbau. Löbau ist am Donnerstagabend fest in Frauenhand. Zumindest entsteht dieser Eindruck. Männer? Fehlanzeige. Die Herren der Schöpfung sind nicht zu entdecken. Zumindest rund um den Altmarkt ist das so. Da schlendern ausschließlich Frauen in Gruppen und Grüppchen – keine der Damen ist allein unterwegs.

Es ist bereits dunkel. Und eigentlich haben die Löbauer Geschäfte um 18 Uhr auch bereits geschlossen. Was machen die vielen Spaziergängerinnen so spät in der Stadt? Eine Demonstration für Frauenrechte wie beispielsweise in Hamburg oder Halle ist ebenso wenig angesagt wie eine Kundgebung anlässlich des Internationalen Frauentags. Es ist nämlich der 8. März, der nun allerdings auch in Löbau zu einem außergewöhnlichen Aktionismus der einheimischen Damenwelt führt. „Mädelsabend“ nennt sich das. Eine Premiere in der Stadt. Denn einige Geschäfte öffnen drei Stunden über den Ladenschluss hinaus. Ausgedacht hat sich das Ines Hanke, Geschäftsführerin von „Ines Schuhmoden“, gemeinsam mit der Löbauer Werbegemeinschaft.

Nicht alle Ladeninhaber wollten bei der Premiere der Aktion mitmachen. Aber immerhin: Elf Geschäfte luden zum Stöbern ein, eine Bäckerei ist dabei und der Nikol-Treff als Gaststätte. Die macht allerdings sowieso immer erst später das Licht aus, wie Wirt Ralf Neumann bestätigt. Ein extra Aufwand sei die Teilnahme für ihn in seiner Branche also nicht. Das Lokal dient am Donnerstagabend als idealer „Männerparkplatz“, während Gattin oder Freundin ihre Shopping-Leidenschaft ausleben. Das wurde im Vorfeld auch genau so beworben. Doch die meisten männlichen Partner sind wohl doch lieber gleich daheim geblieben. „Drei wurden allerdings tatsächlich abgegeben“, lacht der Wirt laut. Einer davon heißt Andreas und nennt nur seinen Vornamen. Mit Mineralwasser habe er die Wartezeit überbrückt. Und nein, das sei auch nicht schlimm gewesen.

Währenddessen verteilt Grit Göpfert, Inhaberin vom Löbauer Mode Express No 1, Häppchen und bunte Tütchen. Da sind Überraschungen für die Kundinnen drin. Der Inhalt wird nicht verraten. Im Laden herrscht jede Menge männerfreier Trubel. Pullover, Blusen und Jacken werden anprobiert, das eine oder andere Teil wandert in die Einkaufstüte. Und auch einen Schluck Sekt gibt es zwischendurch. Der hebt die Einkaufsstimmung und wird an diesem Abend in beinahe jedem Geschäft ausgeschenkt. Schwanken tun die Damen aber höchsten bei der Entscheidung: Rote oder blaue Pumps? Ach was, beide!

Die Damenwelt flaniert aufrecht und ausgesprochen fröhlich durch die Innenstadt. „Es ist total schön, wenn am Abend in der Stadt was los ist“, findet Heidi Ciemek. Sie wünscht sich ebenso eine Wiederholung vom „Mädelsabend“ im kommenden Jahr wie Monika Schubert und Jana Röthig. Die beiden Frauen sind gemeinsam unterwegs, weil gemeinsam die besondere Shoppingtour mehr Spaß mache. Die Frauenstrategie der Beratung beim Klamottenkauf gehört dazu und geht dementsprechend konzeptionell auch auf. Nur bleibt den beiden gar nicht so viel Zeit, einen Blick hinter jede offene Ladentür zu werfen. Eine halbe Stunde vor dem Ende der Aktion haben sie drei Geschäfte genauer unter die Lupe genommen. Bei „Uhren und Schmuck Seffer“ lassen sie sich beraten und probieren die selbst gebackene Eierschecke von Chefin Ulrike und Tochter Franziska. „Für den Auftakt zum ersten Mal sind wir sehr zufrieden mit der Resonanz“, schätzt Franziska Seffer das ein.

Volles Haus herrscht ebenso bei der Bäckerei Schwerdtner. Für Filialleiterin Ute Pfeifer und ihre Mitarbeiterinnen gab es schon tagsüber eine schöne Überraschung. Da brachte ein Stammkunde für alle Verkäuferinnen eine Rose als Geschenk vorbei. Eine wunderbare Geste der Wertschätzung also. Wertgeschätzt wird auch in der Alten Apotheke. Da stehen die Mütter nun groß mit im Fokus. Die Apotheke verwirklicht neuerdings ein Mutter-Kind-Konzept mit Spielecke, Wickelkommode und Beratungsecke für Schwangere. Ein Netzwerkpartnerring wird aufgebaut. Darüber wird zum Frauentag informiert, während gleichzeitig zu später Stunde Rezepte eingelöst und Kosmetik über den Verkaufstresen wandert.

Bei der Initiatorin vom „Mädelsabend“ im Schuhgeschäft, wo die Kerzen vor dem Eingangsbereich flackern und der „SchokoLaden“ Kostproben anbietet, ist zu später Stunde jede Menge Andrang. Ines Hanke freut sich über die große Resonanz: „Wir wollen das im nächsten Jahr gern wiederholen und weitere Geschäfte einbinden.“.