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Sektdusche für den Weltmeister

In Kleinwolmsdorf wurden Sieger in einer ungewöhnlichen Sportart gekürt.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

Kleinwolmsdorf. Eine Weltmeisterschaft in Kleinwolmsdorf? Klar doch! Was ungewöhnlich klingt, ist es auch. Denn die Sportart, in der hier am Wochenende die Sieger unter immerhin 80 Aktiven gekürt wurden, ist eine tatsächlich ungewöhnliche. Unimoto nennt sich das Ganze, Motorräder quasi, allerdings mit nur einem Rad, rasen da übers Feld. Und Kleinwolmsdorf gehört bekanntlich schon seit Jahren zu den angesagtesten Stationen der WM-Runde.

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Aus immerhin acht Nationen waren die Fahrer und ihre Fans aufs Clubgelände der Road Eagle in Kleinwolmsdorf angereist. Der Biker-Club richtet den WM-Lauf hier im Abstand aller zwei Jahre aus. Meist bei miesem Wetter, was der Veranstaltung den Namen „Raindays“ verschafft hatte. Aber von Regen war am Wochenende keine Spur. Es war also, eine ziemlich staubige Angelegenheit, die da vor immerhin 800 begeisterten Zuschauern übers Feld ging.

Anreise rund Tausend Kilometer

Schon am Freitag hatte das Racing Team aus Frankreich seine Zelte aufgeschlagen. Gerald Boisfard vom Team Crafoins Anhand hatte die internationale Teilnehmerliste genau studiert. Und wer, wie er, rund tausend Kilometer für die Anreise hinter sich bringt, hat ein klares Ziel: das Siegertreppchen der 750 ccm-Klasse. Doch da aber wollten auch die Arnsdorfer Biker hin. Zudem standen auch noch noch andere „gefürchtete“ Namen auf der Starterliste. Kai Weerts von den Friesenfigthern zum Beispiel, und auch das Team „hessische Kampfsau“ war vollständig angereist. Das Starterfeld ist namhaft. „Und in den letzten Jahren sind viele hochmotivierte Fahrer dazu gekommen – ob wir hier unter die ersten fünf kommen?“, fragt sich Weerts. Er gehört dabei zu denen, die diesen seltenen Motorsport in Deutschland eingeführt haben. Ende der 1990er Jahre fand die erste Meisterschaft statt; und mit den Jahren kamen immer mehr Fans dazu. Die Friesenfigther blieben stets ein starkes Team. Und wenn Vater Arndt Weerts fuhr, war sein Sohn Kai immer dabei. Irgendwann gab es den Fahrerwechsel. Kai trat an und wurde zum gefürchteten Friesenfigther. Mit seinem Eigenbau-Unimog raste er mit den besten Zeiten über die „hundert Fuß- Strecke“. Das Hartholz Antriebsrad war, ist und bleibt das Erfolgsgeheimnis. In Arnsdorf ist er unter dem Spitznamen „Panne“ bekannt. „Wir sind sehr gern hier, die Organisatoren der Veranstaltung sind perfekt und mit großer Leidenschaft bei der Sache“, unterstreicht Kai Weerts. Sein französischer Freund Gerald Boisfard liegt da ein paar Hundertstel Sekunden vorn. Für Kai Weerts geht es nun also um alles: 2,567 Sekunden beträgt die Fahrzeit, er wird damit Vizeweltmeister. Die Sektdusche gibt’s aber trotzdem. Und die Fahrer aus Arnsdorf? Die werden Weltmeister der Herzen, sind sich jedenfalls alle einig.