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Selbsthilfetag zum Thema Sucht

Die Veranstaltung in Bautzen bietet Infos, Vorträge und Dinge zum Ausprobieren – und will auch junge Leute ansprechen.

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© dpa

Bautzen. Am Sonnabend lädt die Selbsthilfe- Kontaktstelle ins Bautzener Steinhaus ein. Unter dem Motto „Ich kann, wenn ich will ...“ geht es um Wege aus der Sucht. SZ sprach dazu mit Carola Metasch von der Kontakstelle.

Carola Metasch ist Ansprechpartnerin in der Selbsthilfekontaktstelle in Bautzen.
Carola Metasch ist Ansprechpartnerin in der Selbsthilfekontaktstelle in Bautzen. © Uwe Soeder

Frau Metasch, warum steht beim Selbsthilfetag gerade das Thema Sucht im Mittelpunkt?

Wir wollen unseren jährlichen Selbsthilfetag diesmal nicht als allgemeinen Erfahrungsaustausch gestalten, sondern unter ein konkretes Thema stellen. Sucht kommt in vielfältigen Formen vor, neben Alkohol und Drogen auch Spielsucht und Essstörungen. Auf dem Weg aus der Sucht kann Betroffene neben fachlicher Begleitung durch Ärzte oder die Suchtberatung auch die Selbsthilfe unterstützen. Wir wollen darauf aufmerksam machen.

Wen wollen Sie speziell erreichen?

Neben Betroffenen sind Angehörige und Interessierte willkommen. Besonders liegt uns daran, Sozialarbeiter und Beratungslehrer zu erreichen. Wir wollen nämlich Selbsthilfe für Jugendliche stärker in den Fokus rücken, um auch jungen Leuten, die süchtig sind, zu zeigen, dass sie mit ihrem Problem nicht allein sind. Deshalb gibt es am Sonnabend auch Angebote für Jugendliche wie T-Shirt-Bedrucken, Musik und einen Suchtparcours zum Ausprobieren.

In welchen Selbsthilfegruppen finden Süchtige denn Rat und Hilfe?

Auf dem Gebiet der Alkoholsucht gibt es im Landkreis Bautzen eine ganze Reihe von Selbsthilfegruppen, die schon seit Längerem aktiv sind. Gerade im Entstehen sind in Bautzen eine Nichtraucher-Gruppe und eine zum Thema Glücksspielsucht, und im Steinhaus treffen sich ehemalige Crystal-Konsumenten.

Sie wollen verschiedene Möglichkeiten der Selbsthilfe aufzeigen. Welche gibt es denn?

Zum einen kann für Betroffene der Austausch untereinander, die Erkenntnis, dass es anderen ähnlich geht, sehr hilfreich sein. Zum anderen laden sich die meisten Gruppen auch Referenten zu verschiedenen Themen ein. Nicht zuletzt können gemeinsame Erlebnisse – ob künstlerische Betätigung oder Ausflüge – dabei helfen, das Leben künftig ohne Sucht zu gestalten.

Gespräch: Madeleine Siegl-Mickisch

Selbsthilfetag am 3. September 10 bis 16 Uhr im Steinhaus Bautzen; 10.30 Uhr Vortrag „Symptome und Folgen von Suchterkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten im Fachkrankenhaus Großschweidnitz“; 13 Uhr Vortrag „Crystal – Horrordroge Nr. 1?“; 14 Uhr Podiumsdiskussion