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Deutschland & Welt

Selbstjustiz nach Fake-News

Wegen einer angeblich entdeckten toten Frau und Vergewaltigung haben Vermummte versucht, eine Jugendherberge bei Spremberg zu stürmen.

In der Nähe des Spremberger Stausees hat eine Gruppe Unbekannter versucht, eine Jugendherberge zu stürmen. Man vermutete dort Ausländer als Täter einer angeblichen Vergewaltigung. © Archivfoto: R. Weißflog

Spremberg/Cottbus.  Die Polizei in Südbrandenburg ist in der Nacht zum Donnerstag zu einem Großeinsatz an den Spremberger See ausgerückt. Dort hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus Unbekannte versucht, auf das Gelände einer Jugendherberge vorzudringen. Sie seien vermummt gewesen, hätten teilweise Baseballschläger sowie Zaunlatten getragen und pyrotechnische Erzeugnisse geworfen, teilte die Polizei mit. Zeugen hätten zudem vernommen, dass lautstark die Parole „Ausländer raus“ gerufen worden sei.

Der Polizei zufolge sei sofort nach der Gruppe gefahndet worden, unter anderem mithilfe eines Hubschraubers. Dadurch hätten sieben Tatverdächtige im Alter zwischen 18 und 26 Jahren vorläufig festgenommen werden können. Weitere Ermittlungen hat nun die Kriminalpolizei der Direktion Süd in Cottbus übernommen. Den Verdächtigen wird Landfriedensbruch vorgeworfen.

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Bisherigen Ermittlungen zufolge hatten die mutmaßlichen Täter auf eigene Faust gehandelt, nach denen sie Gerüchte in den sozialen Medien über eine Vergewaltigung in der Nähe der Jugendherberge für bare Münze genommen hatten. Zudem hatte es in den virtuellen Netzwerken geheißen, in der Nähe des Stausees sei eine tote Frau gefunden worden. Bei dem damit verbundenen Polizeieinsatz seien zwei Ausländer aus der Jugendherberge „stiften gegangen“. Entsprechende Nachrichten verbreiteten sich am Donnerstagvormittag auch in einschlägigen Gruppen in Sachsen.

Die Polizei dementierte ausdrücklich den Fund einer toten Frau am Stausee. Es werde jedoch im Umfeld der früheren Jugendherberge wegen des Verdachts einer Vergewaltigung ermittelt. Diese Tat solle am 3. April begangen und am 8. April angezeigt worden sein, teilt ein Polizeisprecher mit. Als "falsch" bezeichnete er ebenfalls die Behauptung, zwei Flüchtlinge hätten nicht kooperiert und seien geflohen.