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Selke lässt die WM für Leipzig sausen

Der künftige RB-Profi fliegt nicht mit der U20 nach Neuseeland. Dynamos Stefaniak hat dagegen „total Bock“ auf die Reise.

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© dpa

Eine Weltmeisterschaft und drei Geschichten: Während Davie Selke vom Fußball-Bundesligisten Werder Bremen auf eine Teilnahme an der U20-WM verzichtet, sind der Dresdner Marvin Stefaniak und der Cottbuser Tim Kleindienst glücklich, dabei sein zu dürfen. „Ich habe vor Freude die Wohnung zusammengeschrien, als Herr Wormuth mich angerufen hat“, erzählt Dynamos Offensivspieler Stefaniak.

Weniger Freude löste Auswahltrainer Frank Wormuth bei Selke und seinem künftigen Arbeitgeber RB Leipzig aus. Der Stürmer, der für Werder diese Saison bereits neun Tore erzielte, wird die Reise nach Neuseeland nicht mit antreten. „Das haben wir in Absprache mit DFB-Sportdirektor Hansi Flick so festgelegt“, erklärte RB-Sportchef Ralf Rangnick in der Bild-Zeitung. Selke soll regenerieren, um sich optimal auf die nächste Saison vorbereiten zu können. „Davie wird nach dem Bundesliga-Abschluss Urlaub machen und zum Trainingsstart am 14. Juni in Leipzig sein“, sagte Rangnick. Die WM geht vom 30. Mai bis 20. Juni. Selke war voriges Jahr mit der U19-Auswahl Europameister und mit sechs Treffern sogar Turnier-Torschützenkönig geworden.

Für Kleindienst, der Energie im Sommer verlassen und voraussichtlich zum SC Freiburg wechseln wird, fällt mit Selke ein Konkurrent im Kampf um den Platz im Sturm weg. Für den mit zwölf Treffern besten Torschützen der Lausitzer ist „die WM-Teilnahme eine riesige Ehre. Das ist eine Erfahrung fürs Leben, das kann mir keiner mehr nehmen.“ Genauso sieht es der gebürtige Hoyerswerdaer Stefaniak, der bei Dynamos 3:2-Sieg in Dortmund am Sonnabend zwei Tore mit Eckbällen vorbereitete. „Die Nominierung motiviert und beflügelt mich“, sagt der 20-Jährige. „Ich habe total Bock, dorthin zu fliegen. Keine Ahnung, wer das nicht hätte.“

Ob Selke Lust auf die WM hätte, wenn sie ihn denn ließen, ist nicht bekannt. Eine Erklärung vonseiten des Spielers oder des DFB gab es bis gestern Abend jedenfalls nicht. (SZ/-ler, bn, dpa)