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Döbeln

Senioren statt Studenten

Gleich zwei Investoren wollen an unterschiedlichen Stellen Pflegeheime einrichten. Einer muss auf die Zustimmung der Stadt warten.

Ein Pflegezentrum und seniorengerechte Wohnungen sollen in den ehemaligen Studenten-Blöcken an der Stadtbadstraße entstehen.
Ein Pflegezentrum und seniorengerechte Wohnungen sollen in den ehemaligen Studenten-Blöcken an der Stadtbadstraße entstehen. © -Dietmar Thomas

Roßwein. In die beiden Wohnblöcke des ehemaligen Studentenwohnheimes an der Stadtbadstraße könnten schon bald Handwerker einrücken. Die Color Dream GmbH aus Chemnitz, die auch Eigentümer des Grundstückes ist, will dort ein überregionales Pflegezentrum mit 120 Plätzen einrichten. Dazu kommen noch 36 seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen. Deren Mieter sollen die Gemeinschaftseinrichtungen des Pflegezentrums, wie zum Beispiel die Cafeteria, mit nutzen können.

Color Dream-Geschäftsführer Heiko Lindner freute sich über die Nachricht, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag dem Vorhaben zugestimmt hat. „Sobald der Bauantrag vom Landkreis bestätigt ist, legen wir los“, sagte Lindner. Er rechnet mit dem Erhalt der Baugenehmigung im vierten Quartal. „Ich gehe davon aus, dass wir noch dieses Jahr mit den Arbeiten beginnen können – als erstes mit der Entkernung der beiden Gebäude“, so der Geschäftsführer. Die müssen vorher noch freigelenkt werden. Derzeit werden die Häuser von Gastarbeitern aus Polen bewohnt, die im Edeka-Lager arbeiten.

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Weil es in Roßwein schon lange keine Studenten mehr gibt, sah die Stadt keinen Nutzen mehr darin, die beiden Wohnblöcke und das dazugehörige Grundstück zu behalten. Im Mai 2017 wurde das Objekt deshalb zum Verkauf ausgeschrieben. Mit der Color Dream GmbH fand sich ein Käufer und Investor.

Betreut werden sollen die künftigen Bewohner des Heimes von rund 75 Pflegekräften, teilte Heiko Lindner mit. Deren Zahl habe sich gegenüber den Planungen von vor zwei Jahren noch einmal erhöht. Damals sei noch von 50 Pflegekräften ausgegangen worden. „Mittlerweile gibt es andere Berechnungsgrundlagen“, so Lindner. Der künftige Betreiber des Hauses bilde selbst Pflegekräfte aus und kümmere sich auch um die Bereitstellung des Personals für die Einrichtung. Wer das Pflegezentrum einmal betreiben wird, sagte Heiko Lindner aber nicht.

Ein anderer Investor will am Baderberg ebenfalls ein Seniorenheim errichten. Das alte Kubaner-Wohnheim, das vorher dort stand, ist fast abgerissen.
Ein anderer Investor will am Baderberg ebenfalls ein Seniorenheim errichten. Das alte Kubaner-Wohnheim, das vorher dort stand, ist fast abgerissen. © -Dietmar Thomas

Knackpunkt Parkplätze

Ebenfalls ein Seniorenpflegeheim will die Threed Projekt GmbH aus Chemnitz in Roßwein auf dem Grundstück des ehemaligen Wohnheims am Baderberg errichten. Das war zu DDR-Zeiten als Unterkunft für Gastarbeiter aus Kuba genutzt worden. Die alten Gebäude werden seit etwa zwei Wochen abgerissen. 

Der Investor plant dort den Neubau eines viergeschossigen Gebäudes, in dem 129 Pflegebedürftige betreut werden können. Die Bewohner sollen alle in Einzelzimmern untergebracht sein. Im Gegensatz zum Investor an der Stadtbadstraße plant dieser Bauherr sogar mit einer Belegschaft von insgesamt 120 Mitarbeitern. Der Pachtvertrag und ein Bedarfsplan des künftigen Betreibers wurden der Stadtverwaltung bereits vorgelegt, sagte der Bürgermeister.

Diesem Bauantrag erteilte der Stadtrat jedoch keine Genehmigung. Grund: Für die Errichtung der erforderlichen Parkplätze müsste der Bauherr ein ganzes und ein Teilstück der benachbarten Flurstücke erwerben. Einen Antrag dazu hatte die Threed Projekt GmbH ebenfalls gestellt. Der Kauf ist aber nicht ohne Weiteres möglich, da zunächst noch Grundstücksangelegenheiten zu klären sind, womöglich Dritte Interesse an dem Erwerb der Flächen haben könnten. Der Stadtrat entschied daher, für die gewünschten Flurstücke zunächst ein Wertgutachten erstellen zu lassen und diese dann öffentlich zum Verkauf auszuschreiben.

Eine andere Situation ergebe sich allerdings dann, wenn es dem Investor gelingt, die erforderliche Mindestanzahl der Parkplätze auf seinem eigenen Grundstück zu schaffen. „In diesem Fall würde der Bauantrag durch die Stadt genehmigt“, so der Bürgermeister.