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Bauen und Wohnen

Seniorengerecht umbauen

Das Älterwerden ist meist mit allerlei Zipperlein verbunden. Mit der Zeit geht so mancher Handgriff nicht mehr so leicht von der Hand.

© Matthew Benett / unsplash.com

Die Sehkraft lässt nach und das Hören funktioniert auch lange nicht mehr so gut wie früher. Doch wegen der kleinen Unwägbarkeiten gleich in eine Senioreneinrichtung ziehen? Das wollen die Wenigsten. Das Herz hängt einfach an den eigenen vier Wänden. Die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten, ist für viele ein wichtiges Ziel im Alter. Um diese Selbstständigkeit zu wahren, braucht es oftmals gar nicht viele Veränderungen. Eine Möglichkeit ist der altersgerechte Umbau der Wohnung. Durch die Anpassung des Wohnumfeldes an die persönlichen Bedürfnisse bleibt die Eigenständigkeit noch lange gewahrt. 

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Wann ist die Zeit reif für altersgerechte Umbaumaßnahmen?

Am besten ist es, so früh wie möglich über ein seniorengerechtes Wohnumfeld nachzudenken. Wenn plötzlich eine Erkrankung auftritt und der Betroffene dann nicht mehr in sein gewohntes Umfeld zurückkann, ist das eine große Belastung. Die Umbaumaßnahmen dauern in der Regel länger als die Erholungszeit nach einer Krankheit. 

Zudem brauchen solche Maßnahmen nicht nur Zeit, sondern sie kosten auch Geld. Ein Teil der Finanzierung lässt sich mit Fördergeldern abdecken, die die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt. Dabei handelt es sich um zinsgünstige Darlehen mit einer tilgungsfreien Anlaufzeit von einem bis drei Jahren. Weitere Details sind unter kfw.de zu finden. Meistens reichen diese Fördergelder nicht ganz aus, um die gesamten Kosten abzudecken. Mit einem Darlehen von Bon Kredit besteht die Möglichkeit auf ein zinsgünstiges zusätzliches Darlehen, um die Umbaumaßnahmen zu finanzieren.

Maßnahmen bei schwindender Sehkraft

Die weißen Lichtschalter auf der weißen Wand sehen sehr schön aus. Doch leider sind sie mit den Jahren gar nicht mehr so leicht zu erkennen, wenn die Sehkraft nachlässt. Besser ist es, Lichtschalter und auch Türgriffe oder Handläufe zu verwenden, die sich deutlich von der Wand abheben. Darüber hinaus ist eine ausreichende Beleuchtung gerade im Bereich von Treppen und Türen sehr wichtig. Menschen, deren Sehfähigkeit eingeschränkt ist, brauchen mehr Kontraste und eine gute Flächenbeleuchtung. Wichtige Stellen sollten zusätzlich punktuell ausgeleuchtet sein – beispielsweise der Bereich über dem Esstisch, die Arbeitsplatte in der Küche oder der Spiegel im Badezimmer.

Türen und Treppen seniorengerecht gestalten

© Elien Dumon / unsplash.com

Türen können zum Hindernis werden, wenn die Mobilität stark eingeschränkt ist. Eine Türbreite von 90 cm ist ideal, um beispielsweise mit einem Rollator oder einem Rollstuhl gut rangieren zu können. Die Tür öffnet sich im Idealfall zum größeren Raum hin. Wenn nicht ausreichend Platz für eine große Tür ist, kann eine Schiebetür eine Alternative sein.

Treppen und Stufen bergen ein besonders hohes Unfallrisiko. Handläufe zu beiden Seiten der Treppe oder am Hauseingang sorgen für mehr Sicherheit und Halt. Das ist für öffentliche Gebäude vorgeschrieben und sollte im Privathaushalt ebenfalls Standard sein. Durchlaufende, griffsichere Handläufe, die über die letzte Stufe hinausgehen und einen kontrastreichen Hintergrund haben, sind ideal. Weitere Tipps, wie Treppen und Stufen zu Hause sicherer werden, hat die Deutsche Seniorenliga zusammengestellt. Gerade im Eingangsbereich lassen sich Stufen durch den Bau einer Rampe vermeiden. Noch besser ist es, gleich ebenerdig zu bauen.

Wenn eine Treppe sehr steil ist, stellt sie oft auch für jüngere Menschen eine Herausforderung dar. Das gilt besonders dann, wenn etwas die Treppe hinauf oder hinunter zu tragen ist. Mit den Jahren wird es immer beschwerlicher, die Treppe zu erklimmen. Die Sturzgefahr steigt erheblich. Eine Wendeltreppe sieht schick aus und ist meist sehr platzsparend. Dennoch ist es ratsam, eine einfache und ausreichend breite Treppe zu bauen und diese entsprechend auszuleuchten. Das verringert die Unfallgefahr. 

Die Küche

Die Möbel in der Küche bleiben oft über viele Jahre hinweg immer dieselben. Deshalb ist es wichtig, schon sehr früh daran zu denken, dass eine herkömmliche Küche mit einem Rollator oder einem Rollstuhl kaum begehbar ist. Es ist schwierig mit einem herkömmlichen Herd, den üblichen Schränken und Arbeitsplatten zurechtzukommen. Eine Möglichkeit sind höhenverstellbare Arbeitsplatten und Küchenschränke oder ein absenkbares Kochfeld. Daran lässt sich auch leicht im Sitzen arbeiten. Wer frühzeitig auf diese Ausstattungsmerkmale achtet, muss im Ernstfall nicht gleich die ganze Küche austauschen.

Stolperfalle Stromkabel

In älteren Häusern sind häufig viel zu wenig Steckdosen angebracht. Um dennoch überall die notwendige Stromversorgung zu gewährleisten, greifen viele auf das altbewährte Verlängerungskabel zurück. Doch ein Kabel, das quer durch den Raum über den Boden verläuft, kann für Senioren schnell zur Stolperfalle werden. Deshalb sollte sich an jedem Wandabschnitt mindestens eine Doppelsteckdose befinden. Lieber ist eine Steckdose zu viel verbaut als eine zu wenig, denn auch der Bedarf steigt.

In der Zukunft wird es so sein, dass immer mehr Steckdosen gebraucht werden. Hausgeräte sind vernetzt, jeder hat einen Computer. Darüber hinaus kommen immer mehr Assistenz-Systeme zum Einsatz, die beispielsweise die Überwachung des Herdes, der Beleuchtung oder der Heizung überwaschen. Damit künftige Anwendungen keine Probleme verursachen, ist es sinnvoll, Leerrohre zu verlegen. Damit lassen sich elektrische Leitungen auch noch nachträglich verlegen.

Das seniorengerechte Bad

Die Unfallgefahr ist im Bad besonders hoch, beispielsweise auf nassen Fliesen. Daher ist es hier besonders wichtig, Stolperfallen und Unfallquellen auszuschalten. Bewohner, die unsicher gehen oder stark beeinträchtigt sind, können eine Dusche mit hohem Einstieg nur sehr schwer bewältigen. Gerade Senioren, die einen Rollator oder einen Rollstuhl benutzen, kommen in herkömmlichen Bädern kaum zurecht. Wer schon frühzeitig sein Bad so plant, dass die Dusche ebenerdig begehbar ist und in dem ausreichend Platz für die Hilfsmittel ist, braucht später sein Bad nicht mehr umzubauen. Auch die Auswahl der Fliesen trägt zu mehr Sicherheit bei. Im Nassbereich, in der Küche und auch draußen sind Fliesen der Rutschfestigkeitsklasse R10 bis R12 erforderlich.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Christoph Lehnert.