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Sensoren aus der Manufaktur

Das Familienunternehmen Kuntze Instruments hat seit 2013 eine Produktionsstätte in Hartha. Jetzt ist diese umgezogen.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

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Wenn es in den Innenstädten nach gebrannten Mandeln riecht, die Tage kürzer und die Abende länger werden, dann steht die Weihnachtszeit vor der Tür.

Hartha. Kuntze Instruments hat eine neue Produktionsstätte zur Sensorenfertigung im ehemaligen Inbit-Gebäude an der Richzenhainer Straße bezogen. Vermieter ist die Gewerbepark Hartha Süd GbR, die den unteren Bereich eines Gebäudes völlig entkernt und nach den Wünschen des neuen Mieters ausgebaut hat. Entstanden ist ein hochmodernes Zentrum zur Herstellung von Sensoren. Diese werden entweder für andere Kunden produziert oder in die Kuntze Regel- und Messtechnik eingebaut. Vor vier Wochen ist das Unternehmen umgezogen.

Bereits seit 2013 produziert Kuntze Instruments in Hartha – bisher allerdings weniger auffällig neben Wreesmann. Damals hat das Unternehmen die Sensorenfertigung nach Hartha verlagert, weil es nicht mehr genügend Fachleute in der Nähe von Düsseldorf gefunden hat, die älteren in den Ruhestand gegangen sind. „Hier gibt es noch Ressourcen. Deshalb ist der Standort für uns attraktiv“, sagte Geschäftsführer Andreas Auer. Auch die Ausbildung von jungen Leuten sei eine Option. Die müssten dann in Ilmenau oder Wertheim die Berufsschule besuchen.

Am neuen Standort hat das Unternehmen wesentlich mehr Platz, die Räume sind hell und freundlich und die Firma kann wachsen. „Mit dem neuen Standort sollen die Entwicklungs- und Produktionskapazitäten insbesondere für die Wachstumsmärkte Nordamerika und Asien deutlich ausgebaut werden“, so Firmenchef Frank Kuntze. Gleichzeitig bekenne sich das Unternehmen mit Stammsitz in Meerbusch in der Nähe von Düsseldorf mit der neuen Produktionsstätte zum Standort Hartha.

Kuntze Instruments begann mit einem Mitarbeiter, jetzt sind es mehr als fünf. Firmeninhaber in dritter Generation ist Frank Kuntze. Er spricht von einer Manufaktur, denn in Hartha ist vorwiegend Handarbeit gefragt. Hier entstehen hochsensible Sensoren aus Glas für die Wasseranalytik. Zum Einsatz kommen sie unter anderem in Schwimmbädern oder der Lebensmittelindustrie. „Wir liefern weltweit“, ergänzt Auer. Er nennt einige Beispiel: So waren die Sensoren des Unternehmens mit der entsprechenden Messtechnik bei den Olympischen Spielen in Athen beim Messen der Wasserqualität in den Schwimmbecken im Einsatz. Auch Orchideenzüchter nutzen die Sensoren, um die Wasserqualität zu testen. Sogar auf große Fahrt gehen die Sensoren, die in Hartha gebaut werden. „Damit Schiffe die richtige Tieflage im Wasser haben, wird Ballastwasser aufgefüllt. Das kann im Ankunftshafen aber nicht einfach so abgelassen, sondern muss desinfiziert werden. Damit wird vermieden, dass unerwünschte Inhalte des Ballastwassers in das Hafenbecken gelangen. Um das Wasser entsprechend zu messen, kommen ebenfalls Sensoren zum Einsatz“, so Auer.

In Hartha ist Dr. Reiner Franzheld Produktmanager für die Sensoren. Grundlage für die Produktion sind Rohprodukte aus Glas. Dabei handelt es sich um millimeterstarke Glasröhrchen. Die werden von den technischen Glasapparatebauern auf 1400 Grad erhitzt, geformt und mit verschiedenen Edelmetallen wie Gold oder Platin verbunden. „Die Kollegen hier denken sich sozusagen ins Glas. Ihr Wissen darum ist nicht zu ersetzen“, so Auer. Viele weitere Arbeitsschritte folgen, bis der Sensor fertig ist. Die Glaskugel werde nicht in jedem Fall mundgeblasen, sondern auch maschinell hergestellt, erklärte Auer.

Die Harthaer Zweigstelle verlassen etliche zehntausend Sensoren im Jahr, so Firmeninhaber Frank Kuntze. Oft sind es nur kleinere Serien von 100 bis 150 Stück, die entsprechend der Kundenwünsche angefertigt werden. Es gibt jede Menge Variationen, die möglich sind. Wir haben sozusagen ein Baukastensystem. Die Individualität und die Möglichkeit, kleine Serien herzustellen, zeichnet unsere Firma aus“, sagte Andreas Auer.

Familienunternehmen

Kuntze Instruments ist ein Familienunternehmen in dritter Generation und hat seinen Stammsitz in Meerbusch bei Düsseldorf.

Das Unternehmen wurde 1945 vom Großvater des heutigen Inhabers Frank Kuntze gegründet. Es investiert kontinuierlich in die Entwicklung von Technologien zur Wasseranalytik.