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Sentha deckt das Tischlein

Die Theatergruppe landet mit ihrem neusten Stück einen Volltreffer.

Die Theatergruppe Sentha spielte das Märchen der Gebrüder Grimm "Tischlein deck dich" mit viel Liebe und Elan. Die Zuschauer hatten ihre Freude daran. © Claudia Hübschmann

Von Peter Braukmann

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Meißen. Die Seniorentheatergruppe des Theaters Meißen hat sich diesmal für ein Märchen der Gebrüder Grimm entschieden, das sie mit Hilfe ihres Regisseurs Utz Pannike zu einer Bühnenversion umgestaltet hat. Da ist, wie im Märchen, ein Schneider, aber dessen Geschäfte gehen schlecht. Die Leute kaufen lieber neue Kleider oder „second hand“, als dass sie zu ihm kommen.

Der Schneider hat drei Söhne, die er nach dem Tod seiner Frau wahrlich verzogen hat. Der eine ist den ganzen Tag im Fitnessstudio, der andere lebt in Tagträumen, und der dritte fühlt sich als Musiker zu Höherem berufen. Da schickt der Schneider einen jeden von ihnen mit der Ziege auf die Weide, damit diese sich vollfrisst, um genügend Milch zu geben: das Abendbrot für den ganzen Schneiderhaushalt. Die Ziege aber lügt den Schneider an, die Söhne hätten nicht für sie gesorgt, und so jagt der gute Mann seine Kinder vom Hof.

Die Not der jungen Männer wird letztlich zu deren Tugend. Der eine tritt in eine Schreinerlehre ein, der andere lernt bei einem Müller und der dritte schließlich wird Drechsler bei einem Holzinstrumentenbauer. Nach erfolgreicher Lehre bekommen alle drei ein besonderes Geschenk von ihren Meistern. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Allerdings weicht die Fassung der Sentha hier deutlich vom Märchen ab. Die Söhne schenken vielmehr ihrem Vater ihre Schätze und ziehen wieder in die Welt hinaus, um mit den in der Lehre erworbenen Fähigkeiten ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihr Glück soll nicht der Zauberkraft geschuldet sein, ihrer Hände Arbeit soll dazu verhelfen.

Ein schöner, neuer Schluss, wie ich finde und eine notwendige Botschaft in einer Zeit, in der aus meiner Sicht fragwürdige Berufe wie Manager, Berater, Anlagespezialisten u. ä. Unsummen verdienen, während der mit Hand und Seele arbeitende Teil der Gesellschaft noch immer um einen vernünftigen Mindestlohn und anständige Renten kämpft.

Das Stück wird mit so viel Liebe und Elan gespielt, dass es allen Zuschauern viel Freude bereitet. Das Kostümbild von Sylvia Fenk ist mal wieder gelungen. Besonders das Ziegenkostüm ist ein Hingucker. Die beiden großen Zitzen, die keine Milch geben, sind auf den ersten Blick einen Lacher wert. Der Theatermaler Edgar Lange hat die jeweiligen Hintergründe in Schwarz und Weiß geschaffen, sodass das bunte Treiben davor richtig zur Geltung kommt.