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Seriendieb zu fast drei Jahren verurteilt

Der alkoholsüchtige Algerier hielt die Polizei im Osterzgebirge und in Dresden auf Trab. Jetzt muss er hinter Gitter – und zum Entzug.

© Daniel Förster

Von Daniel Förster

Pirna. Redouane B. verlässt das Amtsgericht Pirna in Handschellen. Der aus Algerien stammende Asylsuchende wurde am Donnerstag nach einem mehrtägigen Prozess, bei dem insgesamt 46 Zeugen und ein Sachverständiger gehört wurden, zu zwei Jahren und elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

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Das Schöffengericht unter dem Vorsitzenden Andreas Beeskow sprach ihn in 26 von 29 Anklagepunkten – Straftaten, die er zwischen Juni 2014 und Juli 2015 begangen hat – schuldig. Zur Aufklärung der meisten Fälle konnte der alkoholabhängige Mann nichts beitragen. Er gab an, sich an nichts zu erinnern. Der 26-Jährige war überwiegend wegen Diebstählen, wegen Sachbeschädigung, Beleidigung, versuchter Körperverletzung und versuchter Nötigung angeklagt. Zuletzt war er im Asylbewerberheim Schmiedeberg gemeldet, hat aber hauptsächlich im Hauptbahnhof Dresden gelebt und teilweise dort auch genächtigt.

Wegen seiner Alkoholabhängigkeit ordnete das Gericht nach Verbüßen der Haftstrafe eine Unterbringung des Mannes in einer Entziehungsanstalt an – für mindestens zwei Jahre. Ob es allerdings dazu noch kommt, hängt davon ab, wie die Ausländerbehörde entscheidet. Sie muss darüber befinden, ob der Asylsuchende nach der Haft abgeschoben wird.

Verwundert über Festnahme

Im Suff war der Algerier immer wieder auf Beutetour gegangen, um seinen Alkoholkonsum zu finanzieren. Täglich soll er bis zu 30 Flaschen Bier getrunken haben. Allein 18 Diebstähle in Dresden zwischen Hauptbahnhof und Altmarkt-Galerie legte ihm die Staatsanwaltschaft zur Last. Im August 2014 war er zudem im Schmiedeberger Asylheim auf Mitbewohner losgegangen. Mit über vier Promille Alkohol im Blut war Redouane B. am 20. September 2014 in die Psychiatrie des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt eingeliefert worden, wo er am folgenden Morgen die Matratze seines Klinikbettes anzündete. Selbst daran konnte sich der Mann bei der Verhandlung kaum erinnern.

Vor Gericht sagte der Asylbewerber, Bekannte hätten ihm erklärt, dass ihm wegen seiner Straftaten in Deutschland nicht viel passieren würde. Er sei verwundert, dass er deswegen festgenommen wurde.