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Setzte der Lößnitzdackel eine Pferdekoppel in Brand?

Eine Pferdehalterin konnte ihre Tiere in Moritzburg gerade noch so vor dem Feuer retten. Sie erwartet nun eine Entschädigung.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

Als das Feuer auf der Koppel in Moritzburg ausbricht, stehen dort zwei Pferde. Nur wenige Meter entfernt, auf der anderen Seite der Gleise der Lößnitzgrundbahn, fünf weitere Tiere. Die Hitze und der fehlende Regen haben das Gras zu Heu werden lassen. Ein Funke genügte, dass es sich entzündete. Die Haflinger und Ponys von Hanni Mättig können dank ihrer schnellen Reaktion von der Koppel geholt werden, bevor etwas Schlimmeres passiert.

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Rund drei Wochen ist der Vorfall jetzt her. Die Friedewalderin will an diesem Tag gerade ihre Pferde mit Wasser versorgen, als der Lößnitzdackel vorbeidampft. „Wir haben uns noch zugewunken“, sagt sie. Als die Frau wenig später wieder in die Richtung schaut, sieht sie Rauch aufsteigen. „Ich bin schnell mit zwei Eimern Wasser hin, habe versucht, das Feuer zu löschen.“ Vergebens. Hanni Mättig wählt den Notruf. Dann holt sie schnell Halfter für ihre Tiere.

Alle sieben Pferde, zwei Wallache von der Brandkoppel und fünf Stuten, kommen so sicher bei Rosis Reitschule im benachbarten Bad Sonnenland an. „Als die erste Feuerwehr um die Ecke kam und die Pferde weg waren, bin ich zusammengebrochen“, erzählt Hanni Mättig.

Am nächsten Tag schickt sie eine E-Mail an den Betreiber der Lößnitzgrundbahn, die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH (SDG). Denn für die Pferdehalterin steht fest, dass Funkenflug von der Dampflok den Brand ausgelöst hat. Sie hofft auf eine unkomplizierte Schadensregelung, nennt eine Höhe von rund 1 000 Euro. „Die abgebrannte Wiese kann ich in diesem Jahr nicht mehr nutzen.“

Von der SDG kommt fünf Tage später die Antwort, dass die Dampflokomotiven mit Funkenflugschutzeinrichtungen ausgestattet seien. Es sei daher nicht möglich, dass das Feuer auf diese Weise entstanden ist. Und mehr noch: „Das Zugpersonal hat bei der Vorbeifahrt eine bereits bestehende Brandfläche von etwa drei Quadratmetern bemerkt“, so Eisenbahnbetriebsleiter Mirko Froß. Somit sei es nicht möglich, dass dieser Zug an der Entstehung des Brandes beteiligt war. In der Gegenrichtung hatte der Zug die Strecke bereits früher passiert. Mirko Froß: „Unser Personal hat dann in Friedewald den Notruf gewählt und die Streckensperrung veranlasst.“ Viel mehr will der Eisenbahner dazu nicht sagen. „Die Dame hat Anzeige erstattet.“

Fakt ist, dass es alleine in diesem Monat sieben gemeldete Bahndammbrände auf der Strecke des Lößnitzdackels gab. Unklar ist, ob Funken, heiße Teile oder weggeworfene Zigaretten die Ursachen waren.