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Shinzo Abe

Seine Rivalen hatten bei der Abstimmung keine Chance. Mit 464 Stimmen setzte sich Shinzo Abe gestern bei der Wahl des neuen Vorsitzenden der japanischen Liberaldemokraten klar gegen Außenminister Aso (136) und Finanzminister Tanigaki (102) durch.

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Seine Rivalen hatten bei der Abstimmung keine Chance. Mit 464 Stimmen setzte sich Shinzo Abe gestern bei der Wahl des neuen Vorsitzenden der japanischen Liberaldemokraten klar gegen Außenminister Aso (136) und Finanzminister Tanigaki (102) durch. Damit ist die Vorentscheidung um die Nachfolge von Ministerpräsident Koizumi gefallen. Es besteht kein Zweifel, dass Abe auch im Parlament die Mehrheit erhält.

Der Wechsel an der Spitze der Regierung markiert eine Zäsur in der Geschichte Japans. Denn Abe, der heute seinen 52. Geburtstag feiert, wäre der erste Premier, der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geboren wurde. Mit ihm käme ein Politiker an die Macht, der sich mit national-konservativen Tönen den Ruf eines „Falken“ erworben hatte. Er bestritt die Legitimität der Prozesse gegen Kriegsverbrecher und verteidigte die umstrittenen Besuche seines Vorgängers Koizumi im Yasukuni-Schrein. Abe will die Verfassung ändern, um der Armee Friedenseinsätze im Ausland zu ermöglichen. Ins Zentrum der geplanten Bildungsreform stellte der studierte Politologe das Ziel, den Patriotismus unter Japans Schülern zu fördern.

Abe, dessen Vater in den 80er Jahren japanischer Außenminister war, gilt als politisch unerfahren. Er sitzt zwar seit 13 Jahren im Parlament, übernahm aber erst 2005 als Kabinettssekretär ein wichtiges Regierungsamt. (SZ/fg/dpa)