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Shoppen im Netz

Ab November erleichtert eine Internet-Plattform das Einkaufen in Bautzen. Ob die Website erfolgreich wird, haben die Ladenbesitzer selbst in der Hand.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

Bautzen. Sie haben lange gekämpft, Sponsoren gesucht, immer wieder mit den Händlern gesprochen. Nun können die Mitglieder des Innenstadtvereins stolz verkünden: Bautzens Ladenbesitzer bekommen endlich einen gemeinsamen Internetauftritt. Am 6. November wollen die Mitglieder auf den Knopf drücken und die Seite in Betrieb nehmen. Die SZ durfte sich vorab auf der neuen Homepage umsehen.

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Die Idee: Die Händler aus Bautzen gibt es bald auf einen Klick

Wer sich im Internet über Bautzens Händler informieren möchte, hat es nicht leicht. Einige haben gar keine Homepage. Und auch bei jenen, die eine Seite besitzen, läuft nicht alles rund. Wenn zum Beispiel wichtige Informationen wie die Öffnungszeiten nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, ärgert das den Kunden. Sofern er die Seite überhaupt entdeckt. „Viele wissen gar nicht, was es alles in Bautzen gibt und kennen auch nicht die Namen der Geschäfte“, erklärt Bautzens Citymanagerin.

Gemeinsam mit dem Innenstadtverein hat sie eine Plattform entwickelt, auf der sich Händler, aber auch Restaurantbesitzer und Pensionsbetreiber präsentieren können. Der Besucher findet alles auf einen Klick. Wenn Bautzen mithalten will, ist das wichtig, meint Gunhild Mimuß. „Fast jede Stadt hat inzwischen ausgeschlafen. Deshalb haben wir ein bisschen auf die Tube gedrückt“, sagt sie. Die Plattform für die Händler ist ihr großes Projekt. Seit sie vor zwei Jahren mit ihrer Arbeit als Citymanagerin begann, spricht Gunhild Mimuß davon. Entdeckt hat sie das Modell in Wuppertal. Dort gibt es schon lange eine sogenannte „Online-City“.

Die Umsetzung: Website hat klares Design und ist leicht zu finden

Zwar ist die neue Plattform eine eigenständige Seite, doch sie dockt an die Homepage der Stadt Bautzen an. Das war den Mitgliedern des Innenstadtvereins deshalb wichtig, weil sie sich davon eine hohe Reichweite versprechen. Über die Stadtseite wird die Plattform also leicht zu finden sein. Einfach ist auch der Aufbau der Website. So können die Besucher der Seite auswählen, ob sie sich fürs Einkaufen interessieren, ein Restaurant finden wollen, oder eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Entscheiden sie sich fürs Shopping, öffnet sich eine Tafel, auf der die teilnehmenden Händler zu sehen sind. „Ich möchte zeigen, dass hinter den Geschäften auch Menschen sind“, so Gunhild Mimuß. Deshalb werden von den Bautzener Geschäften nicht nur eine Außenansicht und ein Foto vom Inneren des Ladens zu sehen sein. Die Citymanagerin möchte auch das Team abbilden.

Wenn es darum geht, die Seite auf den neuesten Stand zu halten, sind die Händler selbst gefragt. Sie können sich anmelden, ihr Profil pflegen, selbst Texte erstellen.

Die Händler: Erste Interessenten gibt es, aber auch viele Zweifler

Bisher haben sich 36 Geschäftsinhaber beim Innenstadtverein gemeldet. Dass da noch Luft nach oben ist, weiß auch die Citymanagerin. Gunhild Mimuß hofft, dass die Zahl bis Ende des Jahres auf 50 steigt. Ihr großes Ziel ist aber, dass sich 200 Geschäfte aus Bautzen auf der Homepage präsentieren. „Allerdings starte ich lieber mit wenig engagierten Händlern, als mit vielen Bedenkenträgern“, sagt sie. Kostenlos ist das Angebot für die Händler nicht. Um aufgenommen zu werden, zahlen Geschäftsinhaber 300 Euro und später 24 Euro pro Monat. „Man muss bedenken, dass eine eigene schicke Website schnell 3 000 Euro und mehr kosten kann“, erklärt Henrik Truhel, der für seine Fernsehwerkstatt selbst einen eigenen Internetauftritt betreibt.

Die Zukunft: Kunden können Produkte aus Bautzen von zu Hause shoppen

Das Gerüst der Internetseite steht, doch es ist noch ausbaufähig. Ladenbesitzer können zum Beispiel ihr Sortiment eingeben. Sucht ein Kunde ein bestimmtes Produkt, dann werden ihm die Bautzener Geschäfte gezeigt, die das anbieten. Auch können die Händler direkt auf der Homepage einen Online-Shop eröffnen. Natürlich ist der Ladenbesitzer dann nur noch einen Klick von Amazon und Ebay entfernt. Die Konkurrenz ist riesig. Doch die Citymanagerin glaubt, dass sich der Kunde am Ende für den regionalen Anbieter entscheidet.

Und Gunhild Mimuß hat noch mehr vor. Um die Touristen besser ansprechen zu können, wünscht sie sich eine mehrsprachige Seite. Eine Übersetzung in Englisch und Polnisch ist geplant. Auch eine sorbische Variante soll es geben. Um das alles finanzieren zu können, möchte der Innenstadtverein Fördermittel beantragen. Bisher lebt das Projekt von Sponsoren.