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Sicherer zur Müglitztalbahn

Die Stadt Glashütte baut neue Zugänge zu den Bahnhaltepunkten. Dafür gibt es gute Gründe.

© Frank Baldauf

Von Maik Brückner

Glashütte. Gefährlich ist der Weg, den Sarah Westermann morgens von der Bahnhaltestelle zur Arbeitsstätte zurücklegen muss, nicht. Aber etwas umständlich. Denn die 29-jährige Glashütterin, die montags bis freitags mit der Bahn von ihrer Heimatstadt nach Schlottwitz zur Arbeit fährt, muss einen kleinen Umweg machen – wenn sie sich an die Vorschriften hält. Denn der Bahnhaltepunkt in Niederschlottwitz hat nur einen Zugang zur Müglitztalstraße. Der befindet sich am nördlichen Ende des Bahnsteigs. Die neue Betriebsstätte des Uhrenherstellers Nomos Glashütte, in der Sarah Westermann seit einigen Tagen arbeitet, liegt aber fast vis-à-vis zum südlichen Ende des Bahnsteigs. Nicht nur der Glashütterin würde es gefallen, wenn der Bahnsteig einen zweiten Ausgang bekommen würde. Auch die Bewohner von Mittelschlottwitz wünschen sich das. Nun wird ihr Wunsch erfüllt. Der Glashütter Stadtrat hat in der jüngsten Sitzung den Auftrag zum Bau eines zweiten Ausgangs vergeben.

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Auch der Glashütter Bahnhof soll einen zweiten Zugang zum Außengleis bekommen.
Auch der Glashütter Bahnhof soll einen zweiten Zugang zum Außengleis bekommen. © Frank Baldauf

Eigentlich wäre die Vergabe nur eine Formsache gewesen. Denn die Stadt ist angehalten, den wirtschaftlichsten Anbieter zu beauftragen. Doch im Stadtrat entspann sich eine Diskussion, da die Firma Königsbau aus Kesselsdorf ein verführerisches Angebot eingereicht hatte. Sie stellte der Stadt einen Rabatt in Aussicht. Den würde sie gewähren, wenn sie auch den Zuschlag für die Arbeiten am Bahnhof Glashütte bekommen würde. Auch hier soll ein weiterer Zugang zum Bahnsteig geschaffen werden. Bisher sind Bahnkunden angehalten, eine etwa 60 Meter lange Rampe Richtung Norden zu benutzen. Viele scheuen den Umweg und laufen lieber auf einem Trampelpfad am Geländer vorbei. Stadt und Deutsche Bahn halten das für „gefährlich und unschön“. Deshalb soll hier eine neue Treppe errichtet werden.

Den Zuschlag dafür konnte sich das Kesselsdorfer Unternehmen sichern, da es dafür mit 35 490 Euro das wirtschaftlichste Angebot eingereicht hatte. Damit galt auch das Rabattangebot für Niederschlottwitz in Höhe von 40 090 Euro. Mit diesem stach das Unternehmen eine Firma aus dem Stadtgebiet aus, die mit ihrem Angebot rund 1 800 Euro darüberlag. Einige Räte plädierten dafür, der heimischen Firma den Zuschlag zu erteilen, die Verwaltung sprach sich für das Angebot aus Kesselsdorf aus. Bauamtsleiter Mario Wolf erklärte, dass der Stadtrat auf das Rabattangebot eingehen kann, aber nicht muss.

Das die Stadt für den Kesselsdorfer Bieter votierte, begründete Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) unter anderem damit, dass die Angebote über der Kostenschätzung liegen. Im Sinne der Steuerzahler sollte man auf die Mehrausgaben verzichten. Zudem handelte es sich bei der Kesselsdorfer Firma um einen Spezialisten in Sachen Bahnbauwerke. Das überzeugte nicht jeden Stadtrat. Sechs Abgeordnete lehnten den Vergabevorschlag ab, ein Rat enthielt sich der Stimme. Mit neun Ja-Stimmen gab es aber die erforderliche Mehrheit für den Vorschlag der Verwaltung. Diese wird den Ausbau nicht komplett finanzieren. Den Löwenanteil von 90 Prozent übernimmt bei beiden Vorhaben der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO).

Mit der Baustelleneinrichtung will das Unternehmen am Montag beginnen, erklärte Lutz Grämer vom Bauamt auf SZ-Nachfrage. Sarah Westermann freut sich indes, dass der Arbeitsweg in Kürze sicherer werden wird. Einen Wunsch hätte sie noch. Weil am Morgen sehr viele Autos auf der Müglitztalstraße in Schlottwitz unterwegs sind, wäre es sehr praktisch, wenn es dort ein Zebrastreifen geben würde, um die Straße sicherer überqueren zu können.