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Sicheres Trinkwasser und Hochwasserschutz

Für fast 860 000 Euro will die Stadt auf der Straße Röderaue jetzt gleich mehrere Probleme auf einmal lösen. Im Vorjahr konnte nicht gebaut werden.

© Norbert Millauer

Von Sven Görner

Radeburg. Die Zeit drängt. Wie so oft, wenn es um Fördergelder geht. Oft müssen die Kommunen zunächst lange warten, bis sie die Bescheide in der Hand haben, ohne die sie nicht mit dem Bauen beginnen dürfen. Und dann müssen die Fördermittel meist ganz schnell verbaut werden.

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Im konkreten Fall war die Stadt Radeburg gut vorbereitet. Für den Neubau der Trinkwasserleitung in der Straße Röderaue will sie Geld aus dem Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ verwenden. Ein entsprechender Antrag wurde vor zwei Jahren im August in den Investitionsplan des Programms aufgenommen. Im vergangenen Jahr sollte dann gebaut werden. Nach Erhalt des Fördermittelbescheids wurde das Vorhaben öffentlich ausgeschrieben. Das Problem: Keine Firma gab ein Angebot ab.

Die erneute Ausschreibung erfolgte nun in diesem Jahr. Diesmal gleich gemeinsam mit dem ebenfalls geplanten Straßenbau. Acht Bewerber zeigten Interesse an den Unterlagen. Vier Bieter gaben schließlich ihre Angebote ab. Bei deren Auswertung wurde jedoch festgestellt, dass die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel nicht ausreichen. Zu den für den Bau eingeplanten Geldern werden noch weitere 138 460 Euro brutto benötigt.

Da die Fördermittel für die Trinkwasserleitung aber bis Jahresende verbaut werden müssen, stimmten die Radeburger Stadträte dennoch der Vergabe des Auftrags zum Gesamtpreis von rund 860 000 Euro zu. Zur Deckung des zusätzlichen Finanzbedarfs wurde das Geld mehrerer im Haushalt geplanter Investitionen umgewidmet. Dabei handelt es sich ausschließlich um Vorhaben, die in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen ohnehin nicht oder nicht in vollem Umfang realisiert werden können. Das betrifft den Jähnertbach, die Wasserleitung in der Berbisdorfer Hauptstraße und die Sanierung der Turnhalle der Oberschule.

Die Trinkwasserleitung in der Straße Röderaue soll auf circa 900 Metern Länge zur Versorgung der dortigen Wohngrundstücke und der Hagenuk KMT Kabelmesstechnik GmbH erneuert werden. Als Ersatz für eine von der Landwirtschaft übernommene Betriebsleitung, die stark zugesetzt und reparaturanfällig ist.

Die Notwendigkeit des Ausbaus der Straße ergibt sich aufgrund des derzeit vorhandenen schmalen und bereits beschädigten Betonweges sowie der Hochwassergefährdung der Zufahrt. In den vergangenen Jahren waren dadurch mehrfach Sperrungen erforderlich. Diese gefährden den kontinuierlichen Arbeitsablauf des Unternehmens, da es die einzige Zufahrtsmöglichkeit für den Betrieb ist.

Geplant ist der grundhafte Ausbau der Straße von der Königsbrücker Straße bis zum Ende der Betriebsstätte auf rund 1 300 Metern in einer Breite von circa 3,50 Metern mit Ausweichbuchten.

Die Vergrößerung und hydraulische Optimierung des Durchlasses der Roten Mutter ist dabei ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahme zum Hochwasserschutz der Röderaue. Ziel ist die Sicherung der Befahrbarkeit der Straße auch bei einem größeren Hochwasserereignis.

Für den Anlieger- und Bauverkehr muss vorübergehend eine Baustraße angelegt werden. Diese soll, so ist es mit der Nachbargemeinde abgesprochen, über den vorhandenen Feldweg nach Oberrödern zur Holzbrücke über die Große Röder führen.