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Sicherheit kostet fast eine Million

Um weitere Abbrüche am Knorre-Felsen zu vermeiden, werden teure Arbeiten nötig.

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© Andreas Weihs

Meißen. Im nächsten Jahr soll der Knorrefelsen in Meißen umfassend gegen weitere Felsstürze gesichert werden. Das geht aus einer Vorlage zu nächsten Sitzung des Kreistages am 22. September in Riesa hervor. Dem beauftragten Ingenieurbüro zufolge gibt es dazu verschiedene Varianten. Genannt werden eine massive Galerie, über die gesamte Fläche gespannte Netze kombiniert mit Felsnägeln oder eine sogenannte Zaungalerie mit Netzen darunter. Die Kosten sollten sich auf rund eine halbe Million Euro belaufen. In den vergangenen Wochen waren bereits Arbeiten in Höhe von 365 000 Euro angefallen.

Bevor im Detail geplant werden kann, muss nach Angaben des Landratsamtes erst eine Prognose erstellt werden, wie sich der weitere Bau auf seltene Tiere und Pflanzen in dem Gebiet auswirken würde. Der Felsbereich ist naturschutzrechtlich besonders geschützt. Die gesamte Wand gehört zum sogenannten FFH-Gebiet „Bosel und Elbhänge nördlich Meißen“. So befindet sich auf dem Felsen der letzte Standort der Wiesenkuhschelle in Sachsen.

Ausgangspunkt für die Aktionen an der Knorre waren vermehrte Steinabgänge, die die Straßenmeisterei Meißen im Frühjahr an dem Massiv bemerkte. Bilder eines Drohnenfluges zeigten anschließend, dass Gesteinsstücke mit einer Kantenlänge von bis zu einem Meter auf die Straße zu stürzen drohten. Geologie-Experten empfahlen daraufhin, die Strecke sofort zu sperren. Seit dem 10. August ist sie nun wieder halbseitig und geregelt durch eine Ampel befahrbar.

Die nicht unerheblichen Mittel für die Notsicherung der Knorre kann das Landratsamt aus ursprünglich für den Öffentlichen Personennahverkehr vorgesehenen Mitteln entnehmen. Durch nachverhandelte Verträge über Bahnersatzleistungen mit dem Ergebnis höherer Zuschüsse von Dritten konnte bei der Finanzierung des Busverkehrs erheblich gespart werden, heißt es aus dem Amt. (SZ/pa)