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Sie haben die Wahl

Am Sonntag wird der neue Bundestag gewählt. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

© Steffen Unger

Von Andrea Schawe

Die Wahllokale öffnen am Sonntag um 8 Uhr. Zehn Stunden lang wird der Bundestag gewählt.

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Mit zwei Kreuzen – eines für den Direktkandidaten und eines für die Parteienliste – entscheiden die Wähler über den künftigen Bundestag.
Mit zwei Kreuzen – eines für den Direktkandidaten und eines für die Parteienliste – entscheiden die Wähler über den künftigen Bundestag.

Wer wird am Sonntag gewählt?

Die Mitglieder des Deutschen Bundestages. Ihr Mandat, also der Auftrag im obersten Parlament zu arbeiten, dauert vier Jahre. Die nächste Bundestagswahl ist regulär im Jahr 2021. Den Kanzler oder die Kanzlerin wählen die Bürger nur indirekt. Wer die nächste Regierung führt, entscheiden letztlich die Abgeordneten.

Wie läuft die Wahl ab?

Den Stimmzettel muss jeder allein hinter dem Sichtschutz ausfüllen, damit keiner die Entscheidung beeinflussen kann. Insgesamt haben die Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt man eine Person aus seinem Wahlkreis direkt in den Bundestag. Nur wer die meisten Stimmen bekommt, zieht ins Parlament ein. Mit der Zweitstimme wählt man dagegen eine der 17 Parteien, die in Sachsen antreten. Die Parteien mit den meisten Stimmen bekommen auch die meisten Sitze.

Wie viele Plätze gibt es im Bundestag?

Im Bundestag sitzen mindestens 598 Abgeordnete. Wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach Zweitstimmenanteil zustehen, bekommt sie Überhangmandate. Daher sitzen im Bundestag meist mehr als 600 Politiker. Bisher hat das Wahlsystem große Parteien, die viele Direktmandate gewonnen haben, bevorzugt. Die anderen Parteien werden mit Ausgleichsmandaten für diesen Vorteil entschädigt.

Wann und wo kann ich meine Stimme abgeben?

Welches Wahllokal das richtige ist, steht auf der Wahlbenachrichtigung. Meistens sind die Wahlräume in Klassenzimmern untergebracht. Alle Wahllokale haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Was muss ich ins Wahllokal mitbringen?

Wer wählen geht, muss sich mit dem Personalausweis oder dem Reisepass ausweisen. Die Wahlhelfer haben Namenslisten mit allen Bürgern, die in dem jeweiligen Bezirk wählen dürfen. Ist die Wahlbenachrichtigung, die alle Wahlberechtigten bis Anfang September per Post erhalten haben, verschwunden, kann man seine Stimmen trotzdem abgeben.

Wann ist ein Stimmzettel ungültig?

Nicht gezählt werden leere, zerrissene oder stark beschädigte Wahlzettel sowie solche, auf denen mehr als ein Kreuz pro Spalte gesetzt wurde. Ungültig sind auch Zettel, auf denen Kommentare oder der eigene Name stehen. Nur die Erst- oder nur die Zweitstimme zu vergeben, ist hingegen möglich.

Was passiert, wenn ich mich „verwähle“?

Wer versehentlich das Kreuz an der falschen Stelle gesetzt hat, kann vom Wahlhelfer einen neuen Zettel bekommen. Das geht allerdings nur, wenn der alte Wahlzettel vor seinen Augen ungültig gemacht wird.

Darf ich in der Wahlkabine fotografieren?

Nein. In der Wahlkabine darf nicht fotografiert oder gefilmt werden – zum Schutz des Wahlgeheimnisses. In der Bundeswahlordnung heißt es: „Der Wahlvorstand hat einen Wähler zurückzuweisen, der für den Wahlvorstand erkennbar in der Wahlkabine fotografiert oder gefilmt hat.“ Der Wahlzettel wird vernichtet, man muss die Wahl wiederholen. Wer nachträglich ein Foto aus der Kabine veröffentlicht, dem droht ein strafrechtliches Verfahren. Eine Verletzung des Wahlgeheimnisses kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden.

Wann werden die Briefwahlstimmen ausgezählt?

Die Zahl der Wähler, die schon vor dem Wahlsonntag per Brief abstimmen, steigt seit Jahren. Das Ergebnis der Briefwahl wird von Briefwahlvorständen ermittelt. Sie treten am Wahltag zusammen und öffnen die eingegangenen Wahlbriefe. Der Wahlschein mit den Angaben zum Wähler und der Stimmzettelumschlag mit dem darin befindlichen Stimmzettel werden voneinander getrennt, damit das Wahlgeheimnis gesichert ist.

Wann gibt es die ersten Ergebnisse?

Alle Stimmzettel – auch die der Briefwahl – werden nach Schließung der Wahllokale ab 18 Uhr ausgezählt. Dieser Prozess ist öffentlich, jeder Interessierte kann zuschauen. Mit den ersten Ergebnissen kann ab etwa 19 Uhr gerechnet werden.