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Sie haben die Wahl

Am Sonntag wird entschieden, wer in den Bundestag kommt. Was man vor dem Urnengang noch wissen muss.

© Andreas Weihs

Von Domokos Szabó und Andrea Schawe

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Wer regiert die Bundesrepublik in den kommenden vier Jahren? Mit der Wahl des Deutschen Bundestags können das am 24. September die Einwohner des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit bestimmen. Wahlberechtigt sind nach den Worten von Kreiswahlleiter Thomas Obst gut 204 000 Menschen. Das sind mehr als 80 Prozent der Einwohner des Landkreises. Sie können ihre Stimmen in 281 Wahllokalen abgeben.

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Sind die Wahllokale geschlossen, warten alle Parteien auf das Ergebnis. Sympathisanten sind zumeist willkommen.

Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg ruft mit Nachdruck zur Wahl auf. Er sagte: „Die Freitaler Bürgerinnen und Bürger bitte ich: Gehen Sie am 24. September wählen! Das aktive Wahlrecht ist eine der wichtigsten Beteiligungsmöglichkeiten für die Staatsbürger. Diese Chance sollten Sie wahrnehmen.“ Ein Satz, den auch andere unterschreiben würden.

Am Sonntag öffnen die Wahllokale um 8 Uhr. Zehn Stunden lang wird der Bundestag gewählt. Die SZ hat die wichtigsten Fakten rund um den Urnengang zusammengetragen.

Die wichtigsten Fakten zum Urnengang

Wer wird am Sonntag genau gewählt?

Die Mitglieder des Deutschen Bundestages. Ihr Mandat, also der Auftrag im obersten nationalen Parlament zu arbeiten, dauert vier Jahre. Die nächste Bundestagswahl ist regulär im Jahr 2021. Den Kanzler oder die Kanzlerin wählen die Bürger nur indirekt. Wer die nächste Regierung führt, entscheiden letztlich die Abgeordneten.

Wann und wo kann ich meine Stimme abgeben?

Welches Wahllokal das richtige ist, steht auf der Wahlbenachrichtigung. Meistens sind die Wahlräume in Klassenzimmern und Rathäusern untergebracht. Alle Wahllokale haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Was muss ich ins Wahllokal mitbringen?

Wer wählen geht, muss sich mit dem Personalausweis oder dem Reisepass ausweisen. Die Wahlhelfer haben Namenslisten mit allen Bürgern, die in dem jeweiligen Bezirk wählen dürfen.

Ist die Wahlbenachrichtigung, die alle Wahlberechtigten bis Anfang September per Post erhalten haben, verschwunden, kann man seine Stimmen trotzdem abgeben.

Wie läuft die Wahl ab und wie wird eine geheime Wahl garantiert?

Den Stimmzettel muss jeder allein hinter dem Sichtschutz ausfüllen, damit keiner die Entscheidung beeinflussen kann. Insgesamt haben die Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt man eine Person aus seinem Wahlkreis direkt in den Bundestag. Wer die meisten Stimmen bekommt, zieht ins Parlament ein. Mit der Zweitstimme wählt man dagegen eine der 17 Parteien, die in Sachsen antreten. Die Parteien mit den meisten Stimmen bekommen auch die meisten Sitze.

Wie viele Plätze gibt es im Deutschen Bundestag?

Im Bundestag sitzen mindestens 598 Abgeordnete. Wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustehen, bekommt sie sogenannte Überhangmandate. Daher sitzen im Bundestag meist mehr als 600 Politiker. Bisher hat das Wahlsystem große Parteien, die viele Direktmandate gewonnen haben, bevorzugt. Die anderen Parteien werden mit Ausgleichsmandaten für diesen Vorteil entschädigt.

Wann ist ein Stimmzettel ungültig und muss ich beide Stimmen abgeben?

Nicht gezählt werden leere, zerrissene oder stark beschädigte Wahlzettel sowie solche, auf denen mehr als ein Kreuz pro Spalte gesetzt wurde. Ungültig sind auch die, auf denen Kommentare oder gar der eigene Name stehen. Nur die Erst- oder nur die Zweitstimme zu vergeben, ist aber möglich.

Was passiert, wenn ich mich „verwähle“?

Wer versehentlich das Kreuz an der falschen Stelle gesetzt hat, kann vom Wahlhelfer einen neuen Zettel bekommen. Das geht aber nur, wenn der alte Wahlzettel vor seinen Augen ungültig gemacht wird.

Darf ich in der Wahlkabine fotografieren?

Nein. In der Wahlkabine darf nicht fotografiert oder gefilmt werden – zum Schutz des Wahlgeheimnisses. In der Bundeswahlordnung heißt es: „Der Wahlvorstand hat einen Wähler zurückzuweisen, der für den Wahlvorstand erkennbar in der Wahlkabine fotografiert oder gefilmt hat“. Der Wahlzettel wird vernichtet, man muss die Wahl wiederholen.

Wer nachträglich ein Foto aus der Kabine veröffentlicht, dem droht ein strafrechtliches Verfahren. Eine Verletzung des Wahlgeheimnisses kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden.

Wann werden die Briefwahlstimmen ausgezählt?

Die Zahl der Wähler, die schon vor dem Wahlsonntag per Brief abstimmen, steigt seit Jahren. In Dippoldiswalde musste diesmal kurzfristig ein zusätzlicher Briefwahlbezirk eingerichtet werden. Das Ergebnis der Briefwahl wird von Briefwahlvorständen ermittelt. Sie treten am Wahltag zusammen und öffnen die eingegangenen Wahlbriefe. Der Wahlschein mit den Angaben zum Wähler und der Stimmzettelumschlag mit dem darin befindlichen Stimmzettel werden voneinander getrennt, damit das Wahlgeheimnis gesichert ist.

Wann gibt es die ersten Ergebnisse nach dem Urnengang?

Alle Stimmzettel – auch die der Briefwahl – werden nach Schließung der Wahllokale ab 18 Uhr ausgezählt. Dieser Prozess ist öffentlich, jeder Interessierte kann zuschauen. Mit den ersten Ergebnissen kann ab etwa 19 Uhr gerechnet werden. Am schnellsten werden Sie auf SZ Online unter www.szlink.de/diewahl informiert.

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