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Sie sorgen für schöne Dinge im Stadtleben

Ohne das Ehrenamt würde es vieles in Großröhrsdorf nicht geben. Das will die Stadt würdigen.

© Anja Kurze

Von Reiner Hanke

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Großröhrsdorf. Die Überraschung war gelungen: Kathleen Großmann konnte es zuerst gar nicht so recht glauben, als ihr Name durch die geschmückte Großröhrsdorfer Festhalle klang. Es ist eine Tradition im oberen Rödertal beim Empfang zum Jahresbeginn Menschen zu ehren, die sich im Großröhrsdorf verdient gemacht haben. Die sich ehrenamtlich einsetzen und etwas für den Zusammenhalt in der Stadt tun. Vier Bürger ehrte die Stadt in diesem Jahr. Kathleen Großmann die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Gewerbevereins Rödertal und Umgebung.

Jörg Sprenger ist im Großröhrsdorfer Einigkeitsverein aktiv.
Jörg Sprenger ist im Großröhrsdorfer Einigkeitsverein aktiv. © Thomas Kretschel
Bernd Körner wurde für die Arbeit im Heimatfördervereins Bretnig-Hauswalde geehrt.
Bernd Körner wurde für die Arbeit im Heimatfördervereins Bretnig-Hauswalde geehrt. © PR

Der hatte auch gemeinsam mit der Stadtverwaltung zum Empfang eingeladen. Etwa 80 Bürger hatten sich dazu in der festlich geschmückten Halle am Stadion versammelt. Die Vereinsgeschäftsführerin hatte den Empfang selbst mit vorbereitet und verfolgte ihn aus dem Hintergrund. Dann stand sie selbst mit auf der Bühne, um Blumen und Glückwünsche zu empfangen, neben ihr Kai Runge, dem Chef vom Kleinröhrsdorfer Spielmannszug. Zwei der Ausgezeichneten konnten leider nicht anwesend sein. Sie erhalten ihre Ehrung in der Stadtratssitzung Ende Februar nachgereicht. Sie stehen stellvertretend für die vielen Mitglieder der 42 Vereine in der Rödertalstadt. Davon werden mehr gebraucht, warb Bürgermeisterin Kerstin Ternes. Denn ohne sie würden es viele schöne Dinge im städtischen Leben nicht geben. Ein Beispiel ist das Buschmühlenbad, das durch einen Verein gerettet wurde. Es ist auch der Tag der Ausbildung, den ebenfalls der Gewerbeverein organisiert. Der findet in diesem Jahr zum siebenten Mal statt, berichtete Vereinsvorsitzender Ralf Buschan. Der Tag bringt Firmen mit ihren künftigen Azubis ins Gespräch. Im Vorjahr 41 Unternehmen mit über 400 Schülern.

Allerdings werden die Ehrenamtlichen auch überall in den Vereinen dringend gesucht. Zum Beispiel derzeit als Schülerlotsen, damit die Kinder sicher über die gefährlichen Straßen zum Unterricht kommen. Sie sei aber zuversichtlich, so Kerstin Ternes, dass sich bestimmt noch Großröhrsdorfer Lotsen finden werden.

In den Worten der Festredner zum neuen Jahr ging es diesmal immer wieder auch um Glück und Zufriedenheit. Der Sachse mache es sich wohl damit nicht immer leicht, gab Landrat Michael Harig (CDU) zu bedenken und bat die Großröhrsdorfer mal die Augen zuschließen – daran zu denken wie Großröhrsdorf vor 28 Jahren aussah und wie es sich heute präsentiert. Von den Schulen bis zum neuen Ärztehaus. Allein 2017 wurden 84 Baugenehmigungen für Wohnen und Gewerbe erteilt. Eine große Aufgabe sei derzeit deshalb auch, neue Flächen fürs Gewerbe zu schaffen. Dass es noch viele Aufgaben gibt, räumte die Rathauschefin freilich ebenfalls ein. Dringend brauche die Stadt eine weitere Sporthalle. Und es sei auch noch nicht für jedes Gebäude eine Lösung gefunden, wie für das Kulturhaus oder den Bahnhof. An so einem Tag stehen aber die Ehrenamtler im Mittelpunkt. Und ohne die wäre wohl auch kein Neujahrsempfang. Ohne Leute wie Kai Runge oder Kathleen Großmann:

Der Musikant und Finanzer

Kai Runge war am Mittwoch die Freude ins Gesicht geschrieben. Seine herzliche, offene Art schätzt auch die Bürgermeisterin. Und wie es ihm gelingt, fürs Musizieren zu begeistern. Seit 45 Jahre ist er nicht nur leidenschaftlicher Musiker, sondern zugleich aktiv im Spielmannszug Kleinröhrsdorf, seit 2004 als Chef. Da er beruflich im Finanzwesen tätig ist, kann er den Verein auch mit diesem Fachwissen unterstützen. Und mit dem Busführerschein in der Tasche sind die Fahrten der Spielleute zu den Auftritten gesichert. Zweimal gelang es, die Landesmeisterschaften der Spielleute nach Großröhrsdorf zu holen. Zum 50-jährigen Vereinsjubiläum soll es erneut klappen.

Der Organisator im Dorf

Schon seit 1994 ist Bernd Körner für den Heimatförderverein Bretnig-Hauswalde aktiv. Zuerst für die Jugend, inzwischen seit 2001 als Vorsitzender.

Viel Zeit und Nerven kostete wohl vor allem die Organisatioin der Bretniger Kirmes zusammen mit Grit Hartmann und vielen weiteren Helfern. Und ihm ist es gelungen die unterschiedlichen Interessen des Vereines unter einen Hut zu bringen. Das war oft nicht einfach. So brachte er vor allem auch in Hauswalde das kulturelle Leben voran, zum Beispiel mit dem das Open Air in Hauswalde und dem Kampf um den „Schuppensch….-Pokal“ auf dem Bolzplatz,

Der für Einigkeit sorgt

Unternehmer Jörg Sprenger wollte sich eigentlich Ende des Vorjahres altersbedingt aus dem Verein „Einigkeit“ zurückziehen.Nun macht er aber doch weiter, auch im Vorstand, um dem Verein zu helfen. Er gehört zu den Mitgliedern, die den 1881 gegrünteten Verein 1992 wiederbelebten. Als Spezialist für Groß- und Marktschirme unterstützt er auch mit seiner Firma den Verein, plant und organisiert Familienfeste wie das alljährliche Einigkeitsfest.

Die Rechtsanwältin und Powerfrau

Die Großröhrsdorferin Kathleen Großmann organisiert nicht nur ehrenamtlich den Gewerbeverein. Sondern auch eine fünfköpfige Familie und ist als Rechtsanwältin selbstständig tätig. Sie sucht Sponsoren und ist an der Organisation von Veranstaltungen wie dem Ausbildungstag im Rödertal beteiligt. Und spannt manchmal auch die ganze Familie ein. Zum Beispiel beim Entenrennen zur Bretniger Kirmes. Das organisiert der Gewerbeverein. Und dank ihres Einsatzes erstrahlte am Mittwoch auch die Festhalle feierlich.