merken

Sieben Anti-Legida-Demos in Leipzig

Nach dem Vorbild der islamfeindlichen Dresdner Pegida-Märsche wird nun auch in Leipzig demonstriert. Doch ein breites Bündnis wehrt sich.

© dpa

Leipzig. Bürger aus Leipzig und dem Umland protestieren an diesem Montag gegen den ersten Aufmarsch der islamfeindlichen Bewegung Legida. „Wir wollen zeigen, wofür wir eintreten“, sagte Pfarrer i.R. Christian Wolff, am Freitag. „Wir treten ein für das Grundrecht auf Asyl, für eine menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen, für religiöse und weltanschauliche Vielfalt“, betonte der frühere Pfarrer der Leipziger Thomaskirche. Er ist Mitinitiator der Demonstration unter dem Motto „Willkommen in Leipzig - eine weltoffene Stadt der Vielfalt“.

Arbeiten in Görlitz

Ob Arbeitsplatz, Ausbildung, Studium, Job für zwischendurch, Freiwilligendienst oder Ehrenamt: In Görlitz gibt es jede Menge gute Jobs!

Sie führt nach dem traditionellen Friedensgebet in der Nikolaikirche durch die Stadt bis zum Waldplatz zur Abschlusskundgebung. Im gutbürgerlichen Waldstraßenviertel will Legida „spazieren gehen“. Legida steht für „Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes“ und ist ein Ableger der Pegida-Bewegung in Dresden. Der Bürgerverein Waldstraßenviertel rief Bewohner und Geschäftsleute dazu auf, als Zeichen des friedlichen Protests das Licht auszuschalten und die Straßen mit der Europahymne „Ode an die Freude“ zu beschallen.

Der Flüchtlingsrat Leipzig mahnte zur Gewaltlosigkeit. Es es sei keinem Flüchtling geholfen, wenn Proteste in Gewalt umschlügen, sagte die Sprecherin Sonja Brogiato. Sie würdigte die Situation in Leipzig. In dieser Stadt gebe es eine große, ständig spürbare Positionierung der Stadtgesellschaft für Flüchtlinge.

Unterdessen erklärten ehemalige Leipziger Bürgerrechtler und Montagsdemonstranten: „Wir brauchen nicht ein Europa der Abschottung, sondern ein Europa der Bürger, die solidarisch mit Menschen in anderen Teilen der Welt sind, die um ihr Leben bangen. Es ist selbstverständlich, dass diese Menschen bei uns aufgenommen werden.“

In der Gesellschaft mangele es dramatisch an politischer Bildung und Aufklärung. In Sachsen sei die Informationspolitik zu den Fragen von Asyl und Zuwanderung über zwei Jahrzehnte sträflich vernachlässigt worden, kritisierten sie. (dpa)