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Sieben Brände in 36 Stunden

In der Umgebung von Großnaundorf brannte es sowohl am Vormittag als auch in den späten Abendstunden. Nur ein Zufall? Insgesamt musste die Polizei im Landkreis sieben Mal ausrücken.

© Rico Löb

Großnaundorf. Was ist nur los in Großnaundorf und Umgebung? Die Kameraden der hiesigen Feuerwehr saßen am Montagabend fast allesamt beim Geburtstag eines Kameraden, als gegen 20.40 Uhr wieder ein Alarm einging. Und wieder war es ein Waldbrand, den die ehrenamtlichen Helfer bekämpfen mussten. Zum vierten Mal innerhalb weniger Tage. Da wird auch dem härtesten Feuerwehrmann anders. „Das kann doch kaum noch Zufall sein“, munkelt einer der Kameraden. Diesmal brannte es auf dem Siedlungsweg im Ortsteil Mittelbach. Hier standen etwa 200 Quadratmeter Wald lichterloh in Flammen. Schon am Vormittag brannte es zwischen Großnaundorf und Oberlichtenau, an der gleichen Stelle, wie auch in der vergangenen Woche. Kurz vorher konnte die Polizei ebenfalls zwischen Oberlichtenau und Großnaundorf einen kleinen Brandherd im Wald löschen. Ob es einen Zusammenhang zwischen den vier Einsätzen gibt, ist aber von offizieller Seite noch nicht bestätigt worden.

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Zwischen Gersdorf und Steina waren Montagnacht etwa 500 Quadratmeter Stoppelfeld in Brand geraten. © Rico Löb

Insgesamt sieben Einsätze

Insgesamt wurde die Polizei in der Nacht zu Dienstag in den Landkreisen Bautzen und Görlitz zu sieben Bränden gerufen, bei denen die örtlichen Feuerwehren im Einsatz waren. So läuteten auch in Haselbachtal am späten Abend des Montags die Alarmglocken. Zwischen Gersdorf und Steina waren etwa 500 Quadratmeter Stoppelfeld in Brand geraten. Die Feuerwehren aus Gersdorf, Möhrsdorf, Bischheim und Steina rückten an, um die Flammen zu bekämpfen. Der Brand konnte zügig gelöscht werden, sodass keine Gefahr einer weiteren Ausbreitung oder Wiederaufflammung bestand. Doch wie konnte das Feuer am sogenannten Semmelweg ausbrechen? Während der Löscharbeiten zuckten viele Blitze über den Himmel, einige gingen in der Ferne auch zu Boden. Möglicherweise könnte ein Blitzschlag eine Rolle gespielt haben. Genaueres konnte vor Ort aber noch nicht herausgefunden werden.

Zigaretten verursachen zwei Brände

Doch das soll es noch nicht gewesen sein. Entlang der Straße zwischen Rachlau und Commerau brannte es am späten Abend im Straßengraben. Womöglich haben unvorsichtige Bürger hier eine Zigarette ins Gras geworfen. Auch an der B 6 im Bereich Fischbach waren in der Nacht zu Dienstag die Kameraden der Feuerwehr im Einsatz. Hier brannte auf wenigen Quadratmetern die Wiesenböschung, offenbar auch aufgrund einer achtlos weggeworfenen Zigarette.

Aus diesem Grund bitten die Polizei nun um besondere Aufmerksamkeit: Aufgrund der Trockenheit und der hohen Temperaturen können sich Wald- und Wiesenbrände schnell entwickeln. Werfen Sie keine Gegenstände in die Natur, besonders keine heißen, brennenden oder glimmenden. Überreste von Zigaretten und anderen Rauchwaren gehören in einen Aschenbecher und nicht in die Umwelt. (szo/rl)