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7 Regeln, die jeder kennen sollte

Im Parkverbot zu stehen, kostet was. Das weiß jeder. Aber wofür verteilt das Ordnungsamt noch Knöllchen? Sieben Regeln, die jeder kennen sollte, um einem Bußgeldbescheid zu entgehen.

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© dpa

Im Parkverbot zu stehen, kostet was. Das weiß jeder. Aber wofür verteilt das Ordnungsamt noch Knöllchen? Was in Dresden erlaubt und verboten ist, steht in der Polizeiverordnung. Diese will der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung für die kommenden zehn Jahre beschließen.

Des Menschen bester Freund taucht darin genauso auf wie des Menschen zweitbester Freund – das Auto. Auch gemütliche Grillabende an der Elbe regelt die Stadt penibel.

Die SZ zeigt sieben Regeln, die jeder Dresdner kennen sollte, um einem Bußgeldbescheid zu entgehen. (SZ/sr)

Was ist erlaubt, was verboten?

1. Betteln ja – aber ohne Hundeblick

Betteln ist in Dresden grundsätzlich nicht verboten. Ernst wird es erst, wenn Passanten bedrängt oder sogar angefasst werden. Kein Spaß versteht das Ordnungsamt auch, wenn Bettler eine Behinderung vortäuschen oder einen Hund neben sich platzieren, um bei den Fußgängern Mitleid zu erzeugen. Dann droht ein Bußgeld.

Die Dresdner AfD will das Betteln ganz verbieten. Über den Antrag soll der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung entscheiden. Apropos anfassen: Während Prostitution in anderen Städten in der Polizeiverordnung geregelt ist, hat das sächsische Regierungspräsidium für Dresden festgelegt, wo das Rotlicht-Gewerbe erlaubt ist.

So gilt etwa für die Innenstadt und die Ortschaften ein Sperrbezirk. In Teilen Pieschens, Striesens und der Friedrichstadt ist Sexarbeit dagegen nicht verboten.

2. Skateboarder dürfen nicht über Treppen springen

Inlineskater und Skateboarder aufgepasst! Wer auf der Straße oder dem Radweg im Verkehr mitrollt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von zehn Euro. Kommt es zum Unfall, etwa mit einem Radfahrer, werden 35Euro fällig. Auch wer wild zwischen Fußgängern über die Prager Straße rast, muss mit einem Zwangsstopp durch das Ordnungsamt rechnen.

Dasselbe gilt übrigens für Radfahrer. Die Ordnungshüter sprechen in diesem Fall von einer unzumutbaren Belästigung. Verboten ist ebenfalls das bei Skateboardern sehr beliebte Treppenspringen. Die Stadt rät, die Sportanlagen zu nutzen, etwa die Halfpipe an der Lingnerallee.

Eine Ausnahme gibt es für alle Inlineskater: Am 1. Juli startet an der Halfpipe um 21 Uhr das nächste Dresdner Nachtskaten. Dann darf auch wieder auf Straßen gefahren werden.

3. Auto nicht mit Seife waschen

Das Auto in der Einfahrt oder auf dem Mietplatz auf Hochglanz zu bringen, ist für manchen Dresdner ein Wochenendritual. Aber auch hier lauert die Knöllchenfalle: Sobald Seife eingesetzt wird, droht ein Bußgeld. Gestattet ist nur klares Wasser. Wer den Unterboden waschen will, darf das nur dort tun, wo das Öl in einem Becken aufgefangen wird. Der Weg zur Waschanlage dürfte der leichtere sein.

4. Tauben füttern verboten

Achtung, Kopf einziehen! Wer musste tieffliegenden Tauben bisher noch nicht ausweichen? Auf der Prager Straße sind die Vögel Dauergäste. Ihre Flugkünste sind aber das kleinste Problem. Sie hinterlassen Kot, der zahlreiche Krankheitserreger enthält. Menschen atmen sie ein, wenn der Taubendreck trocknet und aufgewirbelt wird. Außerdem greift der Kot auf chemischer Basis Gebäudefassaden an. Auch Gastronomen dürften von den immer hungrigen Tieren in ihren Straßencafés nur wenig begeistert sein. Um die Zahl der Vögel zu verringern oder zumindest stabil zu halten, gilt in Dresden ein Taubenfütterungsverbot in Parks und auf Straßen. Wer es trotzdem nicht lassen kann, sein belegtes Brötchen zu teilen, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro rechnen. Wer sich dennoch auf den Tierschutz beruft, hat schlechte Karten: So urteilte das Oberlandesgericht Koblenz, dass das Verbot rechtens ist. Eine Frau, die Tauben trotz mehrerer Verwarnungen immer wieder fütterte, musste schließlich 800 Euro an die Kasse ihrer Gemeinde zahlen.

5. Grillen ist nur an zehn Stellen erlaubt

Jedes Jahr stellt sich die Frage, ob auf den Elbwiesen gegrillt werden darf. Grundsätzlich ist das ohne Erlaubnis in allen öffentlichen Grünanlagen verboten. Allerdings hat die Stadt zehn Orte festgelegt, an denen die Dresdner auch ohne Genehmigung brutzeln dürfen. Dazu gehören das Neustädter Ufer an Marien- und Albertbrücke und der Alaunplatz. Auf Privatboden darf immer gegrillt werden, solange niemand belästigt wird. Foto: André Wirsig

6. Rasenmähen nur bis 20 Uhr

Wer einen Garten hat, darf zumindest Unkraut jäten, wann er möchte – auch nachts. Das macht keinen Lärm. Fürs Rasenmähen gibt es aber einen festen Stundenplan: Sonntags bis donnerstags müssen die Geräte von 20 bis 6 Uhr ausgeschaltet bleiben, freitags und samstags von 20 bis 8 Uhr. Zwischen 13 und 15 Uhr gilt an den Wochenenden außerdem Mittagsruhe. Wer sich nicht dran hält und seine Nachbarn stört, muss mit einem Bußgeld wegen Lärmbelästigung rechnen. Dieselben Zeiten gelten übrigens auch für diejenigen, die Teppiche und Matratzen an der Luft ausklopfen wollen. Tabu sind ebenfalls Holzhacken und -häckseln, Sägen, Bohren, Hämmern und Parkettschleifen. Auch Musik darf nicht nach Belieben gehört werden, wenn Fenster und Balkontüren offenstehen. Das Gebot: Niemanden belästigen!

7. Für Hundehäufchen immer Tüten mitnehmen

Wenn Struppis Geschäft auf dem Gehweg liegen bleibt, kann es teuer werden. Bis zu 100 Euro müssen Hundehalter zahlen, wenn sie erwischt werden. Das Ordnungsamt darf sogar dann kassieren, wenn Herrchen oder Frauchen beim Gassigehen keinen Beutel fürs Häufchen dabei hat. Baden im Brunnen und Stöckchenholen auf Spielplätzen sind für Hunde in Dresden übrigens verboten. Foto: Michael Reichel/dpa

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