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Siemens-Rad-Tour macht Halt beim Kraftwerkssparten-Chef

Montag fährt der Görlitzer Tross nach Erlangen – zum Sitz der Kraftwerkssparte von Siemens.

© Nikolai Schmidt

Von Sebastian Beutler

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Görlitz. Die Siemens-Rad-Stafette von Görlitz startet Montag zu ihrer vierten Etappe von Wirsberg im Landkreis Kulmbach nach Sulzbürg in der Oberpfalz. Höhepunkt ist ein Stopp in Erlangen, wo die Kraftwerkssparte von Siemens ihren Sitz hat. Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege hatte schon beim Start am Freitag den Spartenchef Willi Meixner kritisiert. Er habe wohl noch nicht zur Kenntnis genommen, dass Siemens-Chef Joe Kaeser versprochen habe, ein tragfähiges Konzept für den Siemens-Standort in Görlitz zu erarbeiten. „Mein Eindruck ist zurzeit, dass Herr Meixner noch das Ursprungskonzept umsetzen will“, sagte Deinege. „Das ist nicht akzeptabel“. Am Sonntag überbrachte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Frank Heidan, bei einem Stopp im Vogtland ein Grußwort des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer an die Radfahrer. Darin heißt es: „Wir alle werden weiter dafür kämpfen, dass die Siemens-Standorte in Sachsen erhalten bleiben.“ Es gehe um Arbeitsplätze, um die Oberlausitz, für die das Siemens-Werk in Görlitz ein Leuchtturm und Auftraggeber für viele andere sei. Aber es gehe auch um den Erhalt des Siemens-Werkes in Leipzig und das Industrieland Sachsen. „Ich stehe als Ministerpräsident auch weiterhin an ihrer Seite, wir haben einen Dialog mit Siemens begonnen, den werden wir fortführen, bis das Ziel erreicht ist.“

Seit Freitag radeln 35 Siemensianer die 550 Kilometer über Staats- und Dorfstraßen nach München, um bei der Hauptversammlung am Mittwoch in der Olympiahalle den Aktionären ein Zukunftspapier für den Görlitzer Standort zu überreichen. Mit dem Wetter hatten sie am Sonntag viel Pech: Sprühregen, Wind und Kälte – und kurz vorm Ziel auch noch Schnee.