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Silvester in der Straßenbahn

Den letzten Tag des Jahres verbringt Sylke David hinterm Steuer. Wie auch schon Heiligabend. Sie mag die besondere Stimmung.

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© Steffen Unger

Von Christiane Raatz

Während viele Dresdner am 31. Dezember noch schnell ein paar Raketen kaufen oder die letzten Einkäufe erledigen, sitzt Sylke David in ihrer Straßenbahn. Wie auch schon am Heiligabend ist die 42-Jährige kreuz und quer durch ganz Dresden unterwegs. „Die Stimmung ist total unterschiedlich“, erzählt die Straßenbahnfahrerin der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).

Feierlich und besinnlich am Weihnachtstag, ausgelassen und fröhlich zu Silvester. Dann sind vor allem Jugendliche unterwegs. Gegen einen Schluck Sekt oder Bier hat Sylke David zwar nichts. „Aber sobald sie mit den Flaschen Unsinn machen, sage ich auch etwas“, so die resolute Frau. Dass Sylke David bereits Heiligabend hinterm Steuer saß und nun auch am letzten Tag des Jahres unterwegs ist, nimmt sie locker. „An den Schichtdienst habe ich mich über die Jahre gewöhnt.“ Seit 1989 fährt sie Straßenbahn in Dresden – und liebt ihren Beruf. „Ich bin Straßenbahnfahrerin durch und durch.“ Am besten gefällt Sylke David, dass jede Runde anders ist. Auf Linie 3 etwa ist die Bahn voller Studenten, auf anderen Strecken fahren vor allem Rentner mit. Weihnachten und vor dem Jahreswechsel quetschen sich jede Menge Touristen in die Bahn. Am 24. Dezember sind viele Dresdner am Nachmittag mit der Bahn unterwegs, zur Kirche oder zum Kaffeetrinken. Beladen mit Tüten voller Geschenke und erwartungsvollen Gesichtern. „Für mich ist es ein schönes Gefühl, sie an ihr Ziel zu bringen“, sagt David. Kurz nach der Wende haben viele ans Führerhaus geklopft und zu Weihnachten Kekse oder Schokolade geschenkt. Heute passiert das kaum noch.

Seitdem ihr Sohn aus dem Haus und die Tochter volljährig ist, sieht sie es gelassen, wenn sie an den Feiertagen im Einsatz ist. Auch ihr Mann arbeitet bei den DVB, als Disponent in der Leitstelle. Oft kann sich das Ehepaar den Dienst so einrichten, dass beide gemeinsam auf Arbeit sind – und freihaben. Auch vor zwei Jahren hatte Sylke David zu Silvester Dienst. Um Mitternacht gab es eine halbe Stunde Betriebsruhe, da stand ihre Bahn in Laubegast. „Ich bin runter zur Elbe und habe mir das Feuerwerk angeschaut“, erzählt sie. In diesem Jahr endet ihr Dienst gegen 21 Uhr. Dann geht sie nach Hause, um mit der Familie auf das neue Jahr anzustoßen.