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Simmel interessiert sich für Busbahnhof

Die Stadt hält Ausschau nach einem Investor für den ZOB. Der Unternehmer würde profitieren.

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© Norbert Neumann

Von Sandro Rahrisch

Dresden. Das Hochhaus am Albertplatz hat Peter Simmel schon saniert, daneben einen Einkaufsmarkt gebaut, und am Hauptbahnhof will der Investor bald das letzte freie Grundstück am Intercity-Hotel füllen. Wenn gegenüber der Fernbusbahnhof hinkommt, wäre das für ihn nicht schlecht, sagte er im vergangenen Jahr mit Blick auf die Kundenfrequenz für seinen geplanten Supermarkt am Wiener Platz. Zwar ist in der Zwischenzeit klar, dass ein Busbahnhof zwischen Hauptbahnhof und Budapester Straße entstehen soll. Wer ihn bauen und betreiben wird, steht aber nicht fest.

Südlich davon ist Platz für den ZOB.
Südlich davon ist Platz für den ZOB. © Norbert Neumann

Nun interessiert sich Simmel offenbar selbst dafür, den Busbahnhof zu errichten und anschließend auch zu betreiben. „Wir sind mit Herrn Simmel im Gespräch zu einem zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Zusammenhang mit seinem eigenen Bauprojekt gegenüber“, teilt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) am Donnerstag mit.

Wie viele weitere Interessenten es gibt, sagt er nicht. Allerdings spreche er auch mit der Stadtentwicklungsgesellschaft Stesad. Schließlich liege die Entscheidung beim Stadtrat, wer den Busbahnhof bauen und betreiben wird. Außerdem werde derzeit untersucht, wie das ebenfalls geplante Fahrradparkhaus baulich auf dem Wiener Platz einfügen kann. In dem Parkhaus könnten auch Toiletten, Wartebänke und Ticketschalter für den Busbahnhof untergebracht werden. Auch eine Radwerkstatt und ein Radverleih seien denkbar, so Schmidt-Lamontain. Am Mittwoch hatte der Bauausschuss bereits eine Veränderung des aktuellen Bebauungsplans auf den Weg gebracht.

Peter Simmel hat sich gegenüber der Sächsischen Zeitung am Donnerstag nicht zu möglichen Ambitionen auf den Busbahnhof geäußert. Für das benachbarte Grundstück hatte der Investor im vergangenen Jahr rund 3,9 Millionen Euro an die Stadt gezahlt. Die Fläche für den Fernbusbahnhof gehört Dresden noch.

In Städten wie München, Stuttgart und Hamburg werden die Busbahnhöfe auch nicht von den Kommunen selbst betrieben. In der Hansestadt etwa ist der Bau durch Mieteinnahmen refinanziert worden. Auch Abfahrtsgebühren sind üblich, in der Regel zwischen zwei und zehn Euro. Allein das Unternehmen Flixbus hat eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen Fahrgäste von und nach Dresden befördert. Fast so viele Menschen wurden auch am Flughafen abgefertigt.