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Sind die Wehltürme an der Felsenbühne stabil?

Wissenschaftler wollen die Einsturzgefahr abschätzen und haben in Kurort Rathen gemessen. Jetzt liegt das Ergebnis vor.

© Marko Förster

Von Gunnar Klehm

Kurort Rathen. Mitarbeiter der TU Bergakademie Freiberg haben im März die Felsformationen der Wehltürme und der Wehlnadel vermessen. Diese befinden sich an der Bastei und der Felsenbühne Rathen, die zu den größten Besuchermagneten in der Sächsischen Schweiz gehören. Ziel der Messungen war es, Bewegungen der Felsen zu erkennen. Verwitterung und Erosion nagen am Sandstein. Immer wieder kommt es zu Felsstürzen, zuletzt etwa im November 2016 im Großen Zschand. Im Basteigebiet löste sich im Jahr 2000 eine 300 Kubikmeter große Sandsteinplatte und donnerte rund 60 Meter tief ins Elbtal. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

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Aus Vorsorge wurden am 30. Mai 2016 die vorderen zehn Meter der berühmten Bastei-Aussicht gesperrt. Unterhalb wurden Steinschlagzäune errichtet. Am Felsen selbst erfolgen Sicherungsmaßnahmen. Zudem soll eine teils schwebende Plattform errichtet werden, die wieder einen Blick von der Basteiaussicht ermöglichen soll. Das Vorhaben muss aber noch genehmigt werden.

Für die Wehltürme und die Wehlnadel schlossen die Freiberger Wissenschaftler ein solches Szenario derzeit aber aus, die mit ihren Messungen Veränderungen im Millimeterbereich erfassen können. „Mit unserem Monitoring untersuchen wir, ob und wo es zu Veränderungen kommt, bevor sie zu einer Gefahr für die Besucher werden“, erklärt Dr. Thomas Martienßen vom Institut für Markscheidewesen und Geodäsie an der Bergakademie. So sorgen sie mit für die Sicherheit des Spielbetriebes auf der Felsenbühne. Zuletzt wurden die Wehltürme im Jahr 2007 vermessen.

Die Freiberger Wissenschaftler setzten einen 3D-Laserscanner für ihre Deformationsanalyse der Felsen ein. Das ermögliche, Veränderungen des Gesteins über einen Zeitraum von zehn Jahren zu lokalisieren. Für das kommende Jahr ist bereits eine umfassende Wiederholungsmessung geplant, teilt die Bergakademie Freiberg mit.