merken

Sinn für Kekse

Im Jubiläumsjahr seiner Keksfabrik feiert auch der Chef: Werner M. Bahlsen wird 65 – und hat mit der Firma viel vor.

© dpa

Von Heiko Lossie und Alexandra Stahl, Hannover

Ginge es nach dem Kinoknüller „Fack ju Göhte“, wäre Werner Michael Bahlsen schon am Ziel. In einer Szene ist ein Schüler im Snackautomaten eingesperrt. Die Maschine bietet nur einen Bahlsen-Riegel an – null Konkurrenz. Ganz so ist die reale Welt für den Marktführer unter den Süßgebäckherstellern freilich nicht. Und daher ist Konkurrenzbeobachtung bei Bahlsen Chefsache. „Regelmäßig“ beäugt der Firmenlenker in Supermärkten die Produkte. Am Sonntag wird er 65, sein Keksimperium feiert am 1. Juli 125 Jahre Jubiläum.

Reppe & Partner Immobilien
Reppe & Partner Immobilien
Reppe & Partner Immobilien

Bietet Ihnen das komplette Rundum-sorglos-Paket für Ihr Immobilieneigentum.

Grund genug, aufzuhören? Nicht für Bahlsen, der sich auch mit 70 immer noch in der Firmenzentrale in Hannover sieht.

Arbeit für sein Unternehmen mit den beiden Dachmarken Bahlsen und Leibniz gibt es immer noch genug. „Ich sehe uns in einer internationalen Rolle. Wir sind stark in Deutschland, aber wir haben in vielen Regionen der Welt, zum Beispiel im arabischen oder asiatischen Raum, noch großes Potenzial, und das testen wir gerade aus“, sagt der Lenker der Firma, deren Produkte etwa die Österreicher als Kornland kennen oder die Polen als Krakuski.

Firmenchef Bahlsen, 1949 in Göttingen geboren, lernte sein Handwerk von der Pike auf als Konditor. Anfang der 1970er-Jahre studierte er Betriebs- und Volkswirtschaft in Zürich und Genf, arbeitete als Praktikant in Großbritanniens Industrie und absolvierte schließlich eine Trainee-Ausbildung in der Keksindustrie in den USA.

Den Firmenchef reizt auch nach 65 Jahren die Kombination aus Kaufmann und Konditor, denn neben dem Handwerk gehe es „auch um Technologie und um Zahlen, das Produkt muss sich rechnen“. Ihn begeistere oft gerade der Nachwuchs: „Junge Leute zu erleben, die anpacken und mit neuen, zum Teil auch unbequemen Ideen das Geschäft vorantreiben.“

Neue Ideen hat Bahlsen durchaus auch für den Keks der Zukunft. „Der schmeckt süß, ist richtig lecker, hat eine emotionale Form, und es gibt ihn auch mal in ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen“, meint der Unternehmenslenker. Eine emotionale Form bei Keksen, das sei einer „der nicht nur gut schmeckt, sondern alle Sinne anspricht“. (dpa)