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Gold, Silber und Bronze für Deutschland

Einen Dreifach-Erfolg bei der Skeleton-WM können nur Männer? Am Frauentag sorgen die Deutschen für ein historisches Ergebnis.

Schwarz-rot-gold sind die dominierten Farben bei der WM in Kanada - auch abseits der Bande des Eiskanals. © SZ/Tino Meyer

Was für eine Machtdemonstration der deutschen Skeleton-Pilotinnen. Auf der schwierigen Hochgeschwindigkeitsbahn im kanadischen Whistler haben sie die komplette Weltelite inklusive der hoch eingeschätzten Gastgeberinnen düpiert - und den ersten Dreifacherfolg in der WM-Geschichte überhaupt eingefahren. Tina Hermann vom WSV Königssee holte sich nach 2016 überlegen ihren zweiten WM-Titel. Nach insgesamt vier Läufen gewann sie am Freitag vor Titelverteidigerin Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland sowie Sophia Griebel aus Suhl.

"Ich bin einfach nur happy und kann es gar nicht richtig beschreiben", sagte Hermann, der rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt in Form kam, die letzten Weltcup für sich entschied und nun auch bei der WM triumphierte. "Ich hatte im Weltcup nicht die innere Ruhe. Ich brauchte mal wieder ein Erfolgserlebnis wie zuletzt in Calgary. Das hat mich noch mal gepusht", sagte sie. Im ersten Lauf verbesserte die 27-Jährige den neun Jahre alten Bahnrekord - damals aufgestellt von Olympiasiegerin Amy Williams aus Großbritannien. Die Olympia-Zweite Lölling unterbot diese Bestzeit dann im letzten Lauf noch einmal. "Es war ein schönes Rennen, wir waren alle auf Augenhöhe, aber Tina hat es verdient", sagte Lölling danach.

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Für Wiesbaden ist das ein wichtiges Spiel

Das Team von Chefcoach Alexander Waibl muss am Mittwochabend (19.00 Uhr) beim VC Wiesbaden ran, allerdings ist das Spiel für die Dresdnerinnen nicht das entscheidende. 

Den ersten Dreifacherfolg in der allerdings erst 19-jährigen WM-Geschichte der Frauen sicherte Griebel, die zwischenzeitlich schon nicht mehr im Weltcup-Kader stand. "Es war ein gutes Gefühl, endlich mal zu zeigen, dass die ganze Arbeit sich gelohnt hat", sagte die Thüringerin. Zuletzt schafften 1991 die österreichischen Herren bei ihrer Heim-WM in Innsbruck einen Dreifacherfolg.

Die Stärke der Deutschen war das eine, das Schwächeln der internationalen Konkurrenz der andere Grund für die unerwartete Dominanz. Schon nach dem ersten Lauf hatte Weltcup-Gesamtsiegerin Elena Nikitina aus Russland satte 0,76 Sekunden Rückstand auf Hermann. Auch die Kanadierinnen Mirela Rahneva - immerhin zwei Weltcupsiege in diesem Winter - und Elisabeth Maier mussten sich schon zur Halbzeit unter Tränen geschlagen geben. Europameisterin Janine Flock aus Österreich war nach dem ersten Lauf nur Neunte, verbesserte sich dann aber noch auf Rang sechs. (dpa)