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Skispringer suchen vierten Mann

Ein starkes Team braucht für eine Olympia-Medaille mehr als Freitag, Wellinger, Eisenbichler.

Von Patrick Reichardt

Im Einzel stand Stephan Leyhe noch nie auf dem Podest. Auch im Team durfte er erst einen Sieg bejubeln. Obwohl seine Karriere nicht von überwältigendem Erfolg gekennzeichnet ist, könnte der unscheinbare Hesse in weniger als drei Wochen schon Skisprung-Olympiasieger sein. Er wird in einer deutschen Mannschaft mit dem Gesamtweltcup-Führenden Richard Freitag an der Spitze zum X-Faktor, da Leyhe als möglicher vierter Mann im Team nicht patzen darf. „Er ist ein sehr konstant und verlässlich“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Das bedeutet bei dem 26-Jährigen aber auch: Es gibt kaum Ausreißer nach oben. „Er ist ein wichtiger Baustein unseres Teams, aber es macht manchmal ein bisschen den Eindruck, als ob ihn eine unsichtbare Hand noch zurückhalten würde“, sagte Schuster. Über einen fünften Rang ging es im Weltcup aber noch nie hinaus.

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Leyhe beschreibt sich als introvertiert und ruhig. „Ich habe gern den Überblick über alles“, sagt er und lächelt in sich hinein. Das Reden überlässt er lieber seinen bayerischen Teamkollegen wie Andreas Wellinger oder Markus Eisenbichler. Beim Weltcup am Wochenende in Willingen hat Leyhe ein Heimspiel. Bei der Generalprobe will er Selbstvertrauen sammeln für seinen ersten Olympia-Start. „Ich sehe das als großen Vorteil für mich, noch mal in meiner Heimat den Weltcup zu haben, in vertrauer Umgebung Kraft tanken, und dann geht’s in den Flieger und los“, sagte Leyhe.

Im internen Duell mit Karl Geiger um den vierten Platz sprechen zwei Faktoren für Leyhe: Er kam zuletzt immer besser in Form, springt in diesem Winter seine bisher konstanteste Weltcup-Saison. Außerdem scheint ihm die Olympia-Schanze in Pyeongchang zu liegen. Bei der Generalprobe 2017 stellte der unscheinbare Leyhe mit einem Sprung auf 139,5 Meter einen Schanzenrekord auf. (dpa)