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Bautzen

Skulpturen und Skizzen aus dem Süden

Die Berliner Künstlerin Gudrun Kühne stellt zum ersten Mal in Bautzen aus. Ihr Hauptthema sind Akte – und Impressionen von ihren Reisen.

Gudrun Kühne stellt zum ersten Mal in der Bautzener Galerie Budissin aus. Neben Bronze- und Sandsteinfiguren zeigt sie auch grafische Skizzen zu den Akten sowie Reise-Impressionen aus südlichen Ländern.
Gudrun Kühne stellt zum ersten Mal in der Bautzener Galerie Budissin aus. Neben Bronze- und Sandsteinfiguren zeigt sie auch grafische Skizzen zu den Akten sowie Reise-Impressionen aus südlichen Ländern. © Foto: Carmen Schumann

Bautzen. Die Figuren, die sich leichtfüßig in den Ausstellungsräumen des Bautzener Kunstvereins tummeln, sind von klassischer Schönheit. Geschaffen hat sie die Berliner Künstlerin Gudrun Kühne, die zum ersten Mal in Bautzen ausstellt. Geboren 1952 in Jena und seit 1960 in Berlin lebend, hatte die Malerin und Bildhauerin von 1973 bis 1978 an der Dresdner Kunsthochschule studiert. In dieser Zeit besuchte sie auch das eine oder andere Mal die Spreestadt Bautzen. Von damals ist ihr die Stadt als grau und verfallend in Erinnerung geblieben.

Gerade die Schloßstraße, wo nun die Galerie Budissin angesiedelt ist, habe seitdem einen mächtigen Wandel durchgemacht. Gudrun Kühne, die vor der Ausstellungseröffnung am Freitag mit Bautzener Kunstfreunden einen Rundgang unternahm, zeigt sich schwer beeindruckt von der wieder erstandenen Schönheit der Altstadt. Hoch erfreut war sie auch, wie sie von den Gastgebern regelrecht verwöhnt wurde. „Das kommt selten vor, dass man als Künstler so umsorgt wird, was die Unterkunft und die Anreise betrifft“, sagt Gudrun Kühne. 

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Bereits im Oktober hatte sie schon einmal eine Stippvisite in Bautzen gemacht, um die Räumlichkeiten der Galerie kennenzulernen und somit die entsprechende Auswahl an Kunstwerken treffen zu können. Zusammen mit dem Kunstwissenschaftler Ulrich Kavka, der auch die Laudatio hielt, wurden die Skulpturen und Grafiken so platziert, dass die Ausstellung ein rundes Gesamtbild abgibt.

Eine Zeichnung als Grundlage

Bei den Zeichnungen wählte die Künstlerin einerseits Aktstudien, andererseits Skizzen von ihren Reisen in südliche Länder wie Türkei, Griechenland, Italien und Spanien aus. Gerade jetzt im Winter könnten diese Grafiken die Vorfreude auf die warme Jahreszeit wecken. Zum Teil sind die Arbeiten mithilfe von Erde aus den betreffenden Ländern gemalt. Das Zeichnen vor der Natur ist für die Künstlerin die pure Entspannung.

Was die vorwiegend weiblichen Akt-Zeichnungen betrifft, so sagt Gudrun Kühne, dass diese für sie als Grundlage für die Skulpturen dienen, zur Ideenfindung. Da sie sich seit 50 Jahren mit der menschlichen Figur beschäftigt, sei es nicht mehr in jedem Fall nötig, ein Aktmodell vor Augen zu haben. Manchmal habe sie aber auch eine Idee, für deren Umsetzung sie sich Rat holen müsse beim nackten Körper.

Speziell mit der bildhauerischen und plastischen Arbeit beschäftigt sich die gelernte Schriftsetzerin Gudrun Kühne intensiv seit 2002. In Zusammenarbeit mit der Kunstgießerei W. Hann entstanden damals die ersten Bronzen. Seit 2006 nimmt Gudrun Kühne regelmäßig an den Bildhauersymposien im Steinbruch Reinhardtsdorf in der Sächsischen Schweiz teil. 2015 erhielt sie den Brandenburgischen Kunstpreis für Skulptur.

Laudator Ulrich Kavka lobte die Künstlerin dafür, dass „die Ernsthaftigkeit des Schaffens von Gudrun Kühne zu spüren, aber nicht zu sehen ist“. Der Besucher spüre eine therapeutische Verinnerlichung besonders dann, wenn er mit den Werken alleine ist. Bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend war das zwar nicht der Fall, denn zahlreiche Bautzener Kunstfreunde wollten die Künstlerin persönlich treffen. Aber zu den Öffnungszeiten der Galerie Budissin kann jeder noch bis zum 21. Februar das persönliche Zwiegespräch mit den Werken suchen.

Die Galerie Budissin, Schloßstraße 19 in Bautzen, ist dienstags bis sonnabends von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Am 30. Januar findet um 19 Uhr in der Reihe „Treffpunkt Galerie“ ein Kunstgespräch statt.

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