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Waggonbau Niesky gerettet

Nach SZ-Informationen wird der Traditionsbetrieb mit seinen noch knapp 300 Mitarbeitern vom slowakischen Güterwagenhersteller Tatravagonka übernommen.

© André Schulze

Dresden. Der Waggonbau Niesky mit seinen noch knapp 300 Mitarbeitern scheint gerettet. Nach SZ-Informationen wird der gut 100 Jahre alte Traditionsbetrieb vom slowakischen Güterwagenhersteller Tatravagonka in Poprad übernommen und in dessen neue deutsche Tochter mit Sitz in Halle (Saale) integriert.

Dem Vernehmen nach hat der Käufer, der mehrheitlich dem slowakischen Finanzinvestor Optifin Invest gehört, die Übernahme von 290 Arbeitsplätzen zugesichert und eine Standortgarantie für fünf Jahre abgegeben. Nach Angaben der slowakischen Tageszeitung Hospodárske noviny ist Tatravagonka mit Niederlassungen in Deutschland, Polen, Serbien und Indien Europas größter Hersteller von Güterwagen.

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Die Slowaken haben sich damit im Bieterkampf gegen die weltweite Nummer eins, den chinesischen Staatskonzern China Railway Rolling Stock Corporation mit mehr als 160 000 Beschäftigten und 30 Milliarden Euro Jahresumsatz, durchgesetzt.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) war am Sonntag mit einer Delegation auf dem Weg nach Kanada und nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Der Waggonbau Niesky (WBN) produziert Güterwagen und Drehgestelle. Das Unternehmen ist Marktführer für Spezialfahrzeuge in Europa und baut z. B. für die Schweizer Post Waggons aus Aluminium. Obwohl gut ausgelastet, hatte WBN Ende 2017 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Seitdem wurden Aufträge im Volumen von rund 50 Millionen Euro akquiriert und die Produktion bis zum Jahresende gesichert. (SZ/mr)