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Smart auf der Autobahn bedrängt

Einem Verkehrsrowdy sollte der Führerschein abgenommen werden. Dagegen wehrte er sich vor Gericht.

© dpa

Von Alexander Schneider

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Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Dresden. Buchstäblich in die Zange genommen hatte sich der Fahrer eines Smart gefühlt, als er im August 2016 auf dem Heimweg war. Wie immer fuhr der 30-jährige Immobilienmakler auf der Autobahn A 17 in Richtung Prag, durch die Tunnel, an der Abfahrt Südvorstadt vorbei und an der Abfahrt Prohlis dann runter.

Seit dem Dölzschener Tunnel jedoch sei er von einem VW Sharan bedrängt worden. Der Fahrer sei sehr dicht aufgefahren. Der Smart-Fahrer sagte, er habe Angst gehabt in dem Flitzer. Vier Kilometer sei er „eingeklemmt“ gewesen. Weil so viel Verkehr war, habe er die linke Fahrspur nicht eher freigeben können. Er habe kalten Schweiß gehabt, so der Mann.

Der Smart-Fahrer war in dieser Woche Zeuge in einem Prozess am Amtsgericht Dresden. Der 49-jährige VW-Fahrer musste sich dort wegen versuchter Nötigung verantworten. Laut Anklage sei er auf eineinhalb bis zwei Meter aufgefahren, damit der Smart die linke Fahrspur freigibt. Der Angeklagte, ein Kaufmann, sagte, er sei wohl aufgefahren, weil der Smart vor ihm sehr lange – „zwei bis drei Kilometer“ – gebraucht habe, einen Transporter zu überholen. Er habe vielleicht etwas zu spät gebremst, sei dem Kleinwagen aber nicht bewusst so nahe gekommen.

Eineinhalb Jahre nach der Fahrt war die Bereitschaft nun deutlich gesunken, den VW-Fahrer, der bislang weder strafrechtlich noch in Flensburg aufgefallen ist, zu verurteilen und ihm den Führerschein für einen Monat abzunehmen. Das Gericht stellte das Verfahren gegen die Zahlung einer Geldauflage von 1 300 Euro vorläufig ein. Darauf hatte sich Verteidiger Rolf Franek zuvor mit dem Staatsanwalt geeinigt.