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Bischofswerda

Smart wandern durch Putzkau

Seit gut einem halben Jahr gibt es einen fast elf Kilometer langen Weg zur Ortsgeschichte. Nun wird er offiziell eingeweiht – in zwei Etappen.

Die Macher des neuen Rundweges am Valtenbergblick, der zugleich Rastplatz ist. Die zweite Etappe zur Einweihung des historischen Rundwanderweges am 27. April wird auch daran vorbeiführen. © privat

Putzkau. Wer sagt denn, dass Wandern nur etwas für die Älteren ist? In Putzkau gibt es einen Wanderweg, bei dem es sich lohnt, das Smartphone nicht nur für den Notfall einstecken zu haben. Zahlreiche Tafeln informieren über Sehenswertes im Ort und dessen Geschichte. Wer noch mehr erfahren möchte, braucht nur den QR-Code am unteren Rand der jeweiligen Tafel zu scannen und schon bekommt er die gewünschten Informationen aufs Display. Mit Wandern 4.0 könnte man das Angebot beschreiben, wäre es nicht ein historischer Rundwanderweg, bei dem man 775 Jahre Ortsgeschichte erlaufen kann.

Einige Familien haben sich unter Federführung der Putzkauer Bürgervereinigung zusammengeschlossen, um den Weg zu planen, ihn inhaltlich auszugestalten und zu markieren. Eine wichtige Grundlage für die Infotafeln war die von Erhard Dietmar Lenz im Jahr 2017 veröffentlichte Ortschronik. Autoren weiterer Infotafeln sind Dr. Markus Helbig, Peggy Richter und Mitglieder des Vereins Alttechnik Putzkau. Fast drei Jahre Arbeit steckt in dem historischen Wanderweg, der nun in zwei Etappen offiziell eingeweiht wird.

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Erste Tour am Sonnabend

Die erste Tour am Sonnabend, dem 13. April, führt vom Rittergut an der Ottendorfer Straße durchs Niederdorf. Neben dem einstigen Herrensitz gehören unter anderem auch die Kirche mit dem Friedhof, das Pfarrhaus, mehrere Denkmale und der Kindergarten, auf dessen Gelände sich einst eine Brauerei befand, zu den Stationen dieser Etappe. 

An der Brauereistraße wird man das älteste erhaltene Wohnhaus im ehemaligen Kreis Bischofswerda sehen. Es wurde im Jahr 1634 errichtet. Diese Tour ist etwa dreieinhalb Kilometer lang, sagt Dr. Markus Helbig, einer der Putzkauer, die den Weg anlegten. Man läuft langsam in Familie, macht unterwegs halt, bekommt Erläuterungen, sodass die Organisatoren mit einer Laufzeit von etwa zweieinhalb Stunden planen. Gegen 12 Uhr will man wieder am Rittergut sein. Dort wird dann gegrillt.

Viel zu entdecken

Die zweite Tour am Sonnabend, dem 27. April, ist die längere. Sie führt über gut sieben Kilometer durchs Putzkauer Oberdorf in Richtung Neukirch. Mindestens dreieinhalb Stunden sollte man dafür einplanen. Dafür gibt es aber auch viel zu entdecken. Natürlich Putzkaus Wahrzeichen, das Bahnviadukt. Der Weg führt an ehemaligen Mühlen, zwei Schmieden, dem Alten Spritzenhaus und dem einstigen Wohnhaus des Naturforschers und Schulleiters Dr. Alwin Schade vorbei. 

An den Schenkhäusern gibt es einen Abstecher zu einem Ausgedinge- bzw. Auszugshaus, dem Alterssitz von Bauern, die ihren Hof in jüngere Hände gelegt hatten. Ein Ausgedinge, heißt es auf der dazu gehörenden Tafel, konnte ein warmer Platz am Ofen, ein Zimmer oder auch ein kleines Häuschen gewesen sein. Neben Geschichte gibt es auch Natur zu erleben. Zum Beispiel an dem als Rastplatz ausgeschilderten Valtenbergblick.

An beiden Tagen werden die Touren geführt, wandert man in Gemeinschaft. Natürlich lässt sich der Rundweg auch allein erkunden. Sich zu verlaufen, ist so gut wie unmöglich. Etliche Wanderzeichen weisen den Weg. Als Motiv dafür wurde das Ortswappen der bis 1994 selbstständigen Gemeinde Putzkau gewählt.

Geführte Ortswanderungen: am 13. April ab 9.30 Uhr, Treff im ehemaligen Rittergut, Ottendorfer Straße, und am 27. April, 9.30 Uhr, Treff am Bahnhof Putzkau.

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