merken

So ändert sich der Nahverkehr bis 2030

Der Verkehrsverbund Oberelbe befördert Jahr für Jahr mehr Menschen. Wo ins Netz investiert wird.

Tagsüber ist kein freier Parkplatz am Bahnhof in Pirna zu finden. Das Umsteigen auf die Bahn ist bei Pendlern nach Dresden beliebt. © Daniel Schäfer

S 1 ist das Rückgrat

Die Zahl der Stammgäste in S-Bahnen und Regionalbahnen wächst jährlich um sechs bis sieben Prozent. Den größten Anstieg der Fahrgastzahlen im Landkreis weisen die Bahnhöfe Glashütte (plus 103 Prozent) und Pirna (plus 11,3 Prozent) auf. Verglichen wurden die Erhebungen der Jahre 2006 und 2016. In Glashütte stieg die Zahl der täglichen Bahnfahrer unter der Woche von 310 auf 630. Das wird mit der Zunahme an Arbeitsplätzen insbesondere in der Uhrenindustrie begründet. In Pirna ist der absolute Zugewinn von 6 460 auf 7 190 sogar noch größer. Das liegt sowohl an der gestiegenen Bevölkerungszahl, als auch am verbesserten Angebot.

Laut VVO bildet die S-Bahn-Linie S 1 von Meißen über Dresden nach Schöna das Rückgrat. An ihr orientieren sich die anderen Bahnlinien. Auf den drei S-Bahn-Linien des VVO ist die Zahl der Fahrgäste von 2006 zu 2016 um 23 Prozent gestiegen. Es wird damit gerechnet, dass die Nachfrage noch weiter zunimmt. Daran soll das Betriebsprogramm angepasst werden.

So ist im Nahverkehrsplan vorgesehen, dass die Taktverdichtung von Pirna nach Dresden wochentags durchgängig von 6 bis 18 Uhr erfolgen soll. Derzeit ist das nur in der Hauptverkehrszeit der Fall. Gerechnet wird dann mit zusätzlichen 3 000 Reisenden täglich. Als „wünschenswert“ wurde die Einrichtung eines RE-Verkehrs zwischen Dresden und dem tschechischen Usti dargestellt, außerdem die Ausweitung des Saisonverkehrs. Dann sollen fünf statt zwei Zugpaare unterwegs sein, und zwar auch sonnabends. Zweimal soll dabei Coswig angefahren werden. Die Umsetzung sei aber jeweils abhängig davon, wann Geld zur Verfügung steht.

Keine Änderungen auf S2 und S3

Die Linie S 2 verkehrt zwischen Pirna und Dresden-Flughafen über Heidenau aller 30 Minuten. Es ist die einzige Direktverbindung zwischen Dresdner Südosten und Dresdner Norden. Hier wird bis 2030 ein Fahrgastzuwachs von über zwölf Prozent erwartet. Mehr Fahrten soll es aber nicht geben. Im Jahr 2016 fuhren auf der Linie Montag bis Freitag etwa 10 000 Reisende, an den restlichen Tagen 3 000 bis 5 000.

Die Linie S 3, die von Dresden über Freital nach Tharandt fährt, rollt jede Stunde. Zusammen mit den Zügen der Linie RB 30 nach Freiberg wird zwischen Dresden und Tharandt ein 30-Minuten-Grundtakt erreicht. In der Hauptverkehrszeit sogar ein 15-Minuten-Takt. 2016 fuhren Montag bis Freitag etwa 3 000 Reisende auf der Strecke, samstags, sonn- und feiertags 1 500 bis 1 700. Bis 2030 ist ein Nachfragewachstum von 14 Prozent prognostiziert. Am Fahrplan wird deshalb aber nichts geändert.

Verlängerung Altenberg-Heidenau

Eine interessante Neuerung wird im Nahverkehrsplan für die Linie RB 72 (Altenberg-Heidenau) ins Gespräch gebracht. Die gilt als nachfrageschwach. Die Bevölkerungsentwicklung lässt auch keine Besserung erahnen. Um trotzdem mehr Leute von einem Umstieg auf die Bahn zu überzeugen, müsste die Linie attraktiver werden. Das will man damit erreichen, dass die Müglitztalbahn länger am Tag fährt. Zudem sollen einzelne Züge direkt bis zum Dresdner Hauptbahnhof fahren und es wird geprüft, ob die Müglitztalbahn von dort mit der Linie RB 33 (Dresden-Königsbrück) verknüpft werden kann. So würde etwa montags bis freitags eine umsteigefreie Direktverbindung für Berufspendler vom Dresdner Norden ins Müglitztal entstehen. Im Nahverkehrsplan wird das „Uhren-Express“ genannt. Aber auch im Tourismus wird mit zusätzlichen Reisenden gerechnet, wenn es die Verknüpfung gäbe.

Bessere Anschlüsse für RB 71

Die Prognose für die Linie RB 71 (Pirna-Neustadt-Sebnitz) sieht nicht gut aus. Der VVO rechnet mit einem Rückgang der Nachfrage um drei Prozent. Um die Attraktivität und damit die Nachfrage zu steigern, soll die Linie in Pirna einen „richtungsorientierten Systemanschluss“ zu S 1 oder S 2 nach und von Dresden erhalten. Das könnte damit erreicht werden, dass die S 2 permanent bis Pirna fährt. Derzeit ist das an Sonn- und Feiertagen nur zwischen 9 und 19 Uhr der Fall. Im Jahr 2016 beliefen sich die Fahrgastzahlen auf der RB 71 von Montag bis Freitag auf rund 1 300 täglich, samstags, sonn- und feiertags waren es 400.

1 / 4
Anzeige
Symbolbild Anzeige

RAMMSTEIN TRUCK im Stadion!

Rammstein veröffentlichte in der vergangenen Woche sein lang ersehntes siebtes Studioalbum „Streichholz“.