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Gesundheit

So bekämpft man die innere Unruhe

Nervös ist jeder mal. Aber manche Menschen sind es dauerhaft. Betroffene können aber etwas dagegen tun - wenn sie die Ursachen kennen.

Was tun, wenn die Gedanken rasen? Schlaflosigkeit ist eines der typischen Symptome innerer Unruhe. © dpa/Christin Klose
Von Sabine Meuter, dpa

Berlin/Bielefeld. Innere Unruhe kennt wohl jeder - vor einer Prüfung, einer Rede oder vor dem Gang zum Traualtar. In der Regel legt sich das nach der Ausnahmesituation wieder. Doch bei manchen bleibt die innere Unruhe länger oder sogar für immer, völlig unabhängig von einem Anlass. Nachts schlafen Betroffene schlecht, tagsüber fühlen sie sich überfordert und sind unkonzentriert oder gereizt. Hinzu kommen vielleicht Herzklopfen, Zittern oder Schweißausbrüche.

Wer solche Symptome bei sich feststellt, sollte aktiv werden. "Dauern die Beschwerden länger als zwei Wochen, sollte ein Arzt aufgesucht werden", rät Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin.

Innere Unruhe kann viele Ursachen haben - und so zum Beispiel ein erster Hinweis auf eine Erkrankung sein. "Denkbar sind etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder Herzrhythmusstörungen", erklärt Rainer Stange. Der Internist ist Präsident des Zentralverbands der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin (ZAEN). Weitere mögliche Ursachen sind Depressionen, niedriger Blutdruck oder psychiatrische Erkrankungen - ADHS etwa oder bipolare Störungen.

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Wie im Einzelfall die Therapie aussieht, hängt von der Diagnose ab. Es kommt aber auch vor, dass sich für innere Unruhe eine organische oder psychische Krankheit als Ursache finden lässt. Was ist dann zu tun? "Hier gibt es viele Strategien", erklärt Ute Gietzen-Wieland, Business- und Mental-Coach in Bielefeld.

Sie sieht innere Unruhe, die nicht mit einer Krankheit einhergeht, als eine Reaktion aus dem Unterbewusstsein. "Der Körper signalisiert, dass es im Leben womöglich eine Veränderung gibt, die unbewusst als Verschlechterung wahrgenommen wird", sagt Gietzen-Wieland. Hier könne es helfen, wenn der Betroffene bei sich selbst Ursachenforschung betreibt.

Das beginnt mit einer Liste: In welchem Lebensbereich macht sich die innere Unruhe bemerkbar - in der Partnerschaft, in der Familie, im Beruf? Was erlebe ich als womöglich unerträglich - und wie könnte ich es abstellen?

Baldrian, autogenes Training, Bewegung

Um der inneren Unruhe den Garaus zu machen, können Betroffene auch pflanzliche Arzneimittel nehmen. "Ein beliebtes Mittel ist etwa Baldrian", sagt Sellerberg. Der Pflanzenstoff wirkt tagsüber beruhigend, abends eingenommen verbessert Baldrian die Schlafqualität.

Baldrian gibt es auch in Kombinationen mit anderen Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse, Johanniskraut und Passionsblume. Auch ein Teeaufguss kann beruhigend wirken, aus Baldrianwurzeln etwa. Aber Vorsicht: Die Baldrianwurzel kann möglicherweise die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Autogenes Training oder Meditation können ebenfalls helfen. "Beides muss man allerdings gelernt haben. Eine Wirkung stellt sich nicht unbedingt mit den allerersten Übungen ein", sagt Stange. Ein Entspannungsbad hingegen stoppt die innere Unruhe oft auch kurzfristig. Ebenfalls hilfreich ist körperliche Bewegung.

Bei Unruhe vor einem bestimmten Ereignis - etwa einem Auftritt - hilft vielleicht die sogenannte Butterfly-Technik, erklärt Gietzen-Wieland: Dabei kreuzt der Betroffene seine Arme vor der Brust, so dass die Hände auf den Schultern liegen. Im nächsten Schritt klopft man abwechselnd mit den Händen auf den Schultern und denkt an den bevorstehenden Auftritt. "Nach einer Weile beruhigen sich die belastenden Gefühle während des Klopfens und es macht sich Entspannung breit."