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Dresden

So geht der Ausbau der Kesselsdorfer voran

Im September sollen an der neuen Zentralhaltestelle die Straßenbahnen wieder rollen. 

STA-Chef Reinhard Koettnitz, DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach und Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (v.l.) begutachten die Baustelle.
STA-Chef Reinhard Koettnitz, DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach und Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (v.l.) begutachten die Baustelle. © Marion Doering

Stadtbahn 2020 – so verheißungsvoll der Name des Großbauprojektes auch klingen mag – bis zum kommenden Jahr wird die neue Trasse zwischen Strehlen und Löbtau mit Sicherheit nicht fertig werden. Das betonte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) an diesem Freitag auf einem Baustellentermin an der Kesselsdorfer Straße. Anders sieht das an der neuen Zentralhaltestelle aus, die dort derzeit entsteht. Pünktlich zum Semesterstart an den Hochschulen sollen die Studenten hier wieder in die Busse und Bahnen steigen können, verspricht Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz, der am Freitag über den aktuellen Stand der Bauarbeiten berichtet.

Alles läuft nach Zeitplan, sagt der Fachmann, und hat sogar noch eine ganz persönliche Anekdote auf Lager. Beim Ausbau der Kesselsdorfer Straße 1983 habe Koettnitz nämlich die Stromleitungen der Ampelanlage mit sogenannten Kabelkennbändern versehen, bevor sie im Boden unter der Straße verschwanden. Koettnitz bückt sich und zeigt auf ein blaues Plastikband, das in der aufgebaggerten Straße zu sehen ist. „Die haben bis heute gehalten“, das habe ihn schon erstaunt.

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Zufrieden ist Koettnitz auch mit dem Fortschritt der Bauarbeiten, die im Januar begonnen haben. Die Asphaltdecke und die Gleise sind schon verschwunden, ebenso wie Leitungen, die ältesten stammten aus dem Jahr 1903, erzählt Koettnitz. Mittlerweile sind alle neuen Leitungen verlegt, auch der Gleisbogen, über den die Straßenbahnen künftig in die Löbtauer Straße abbiegen, ist schon fertig gebaut.

© Marion Doering

Trotz aller Euphorie, dass die Arbeiten gut vorangehen und bis Ende September weitgehend abgeschlossen sein werden, räumt Koettnitz auch ein, dass die Großbaustelle für Händler und Kunden nicht unproblematisch ist. „Es sind viele Abstimmungen erforderlich, vor allem, wenn direkt vor einem Geschäft gebaut werden muss.“ Das gelinge nicht immer, aber für Fragen stünden Mitarbeiter in einem Info-Container in der Gröbelstraße bereit. Etliche Ladenbesitzer hatten zuletzt über Umsatzeinbußen geklagt, auch für Fußgänger ist Laufen auf den unbefestigten Wegen mitunter beschwerlich.

Weit weniger Beschwerden als erwartet gingen bislang bei den Dresdner Verkehrsbetrieben ein, sagt Vorstandsmitglied Andreas Hemmersbach. „Seit Beginn des Ersatzverkehrs waren es 25 Hinweise.“ Die Linie 107, die die Baustelle umfährt, werde täglich von 10 000 Fahrgästen genutzt.

Nicht ganz so stressfrei läuft es für die Autofahrer: Im Berufsverkehr gebe es an der Kreuzung von Werner- und Reisewitzer Straße Stau, sagt Koettnitz. Ab Mitte Juli wird die Umleitungsstrecke von der Reisewitzer in die Gröbelstraße verlegt. Bis dahin soll die Kesselsdorfer Straße ihre neue Asphaltdecke bekommen.