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Hilfe für die Kamenzer Tafel

Nach dem Brand am Montag halten die Lessingstädter zusammen. Viele Spenden sind schon auf dem Weg zu dem Verein. Auch Firmen packen an.

© René Plaul

Von Ina Förster

Gesund und Fit

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Der schwere Brand im Gebäude der Kamenzer Tafel am Garnisonsplatz ist kaum drei Tage her, da schwappt eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität für den kleinen Verein durch die Stadt. Spontane Spendenaktionen, wie Dienstagabend beim Gospelkonzert in der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, zeugen von der Anteilnahme der Kamenzer. „Wir bedanken uns nochmals bei den Besuchern des Konzertes“, so Pfarrer Jörg Naumann am Mittwoch bewegt. „Nachdem wir von der verheerenden Brandnacht in der Kamenzer Tafel gehört hatten, reifte in uns der Entschluss, die Kollekte am Ende des Konzertes dieser Sache zu widmen. Die Kirche war gut gefüllt und die Bereitschaft, für die Tafel zu spenden, groß.“ Der Aufruf von Pfarrer Jörg Naumann zu Beginn hat viele Zuhörer sichtbar bewegt und am Ende in ihr Portemonnaie greifen lassen. So waren beispielsweise auch ein 50-Euro-Schein und mehrere Zwanziger in der Kollekte, die am Ausgang gesammelt worden ist. „Wir freuen uns nun, der Kamenzer Tafel mit einer Spende in Höhe von 700 Euro direkt und unmittelbar helfen zu können“, so Pfarrer Jörg Naumann.

Auch Schüler des Lessing-Gymnasiums wollten schnell helfen und stellten 500 Euro von der Aktion „Genialsozial“ unbürokratisch als Soforthilfe bereit. © privat

Junge Leute sammeln Spenden

Auch die Schüler des Lessing-Gymnasiums wollten schnell helfen und stellten so ebenfalls am Mittwoch Mittel von der alljährlichen Aktion „Genialsozial“ unbürokratisch als Soforthilfe in Form von 500 Euro bereit. Auf Vorschlag der Schüler Gesine Speich und Justus Fiedler will man nach Rücksprache mit der Leiterin der Tafel, Gabriele Tenne, zeitnah außerdem eine Sammlung von Waren des täglichen Bedarfs durchführen, damit das Sozialkaufhaus wieder flink aufgebaut werden kann.

Und so geht die Liste der Hilfsangebote weiter. Vor allem junge Leute scheint das Thema doch stark zu bewegen. Etwas tun möchte deshalb auch der Safe Club Kamenz. Und hat zur hauseigenen Spendenaktion aufgerufen. Noch bis zum 14. Februar (einschließlich Liedermacher-Konzert an diesem Abend) können die Besucher des „Safe“ ihre Hilfe manifestieren – durch Geld- oder Sachspenden. Oder gar durch Anpacken, falls man gebraucht wird? „Jeder sollte die Gelegenheit nutzen, dieser unverzichtbaren sozialen Einrichtung zu helfen“, so Vereinschefin Diana Hassert. Egal, wie …

Telefon klingelt ununterbrochen

Die Tafelmitarbeiter unterdessen sind tief beeindruckt von dieser Solidarität. Dutzende Privatleute haben ebenfalls Hilfe angeboten oder bereits gespendet. Das Telefon klingelt ununterbrochen und zahlreiche E-Mails gilt es zu beantworten. „Zurzeit schieben wir natürlich Überstunden und arbeiten ein bisschen am Limit unserer Kräfte, aber das nutzt ja nun alles nichts“, sagt Vereinschefin Gabriele Tenne. „Wir sind sehr optimistisch. Wenn alles klappt, werden wir bereits Mitte kommender Woche eine provisorische Ausgabe im neuen Raum nebenan planen können“, so Gabriele Tenne. Dafür muss der neue große Raum im Nebengebäude aber noch vorgerichtet und einige Auflagen erfüllt werden.

Versicherung war vor

Viele Kamenzer Firmen boten ihre Hilfe übrigens ebenfalls spontan an. Eine beim Brand eingebrochene Wand ist bereits von der benachbarten Firma Hausmeisterdienste Wittschaß zugemauert worden. So etwas hilft wirtschaften. Die Reinigungsfirma Lausitzer Gebäudeservice will kostenlos mit anpacken, wenn es endlich ans Aufräumen gehen kann. Das hatte sich nämlich am Mittwoch dann doch noch etwas verzögert. „Die Versicherung war vor Ort, natürlich mit Gutachter. Und die Hygiene, da wir die verdorbenen Lebensmittel ordnungsgemäß entsorgen müssen. Solche Dinge müssen eben erst erledigt werden, bevor wir neu starten können“, sagt Gabriele Tenne.

Kunden der Tafel helfen tatkräftig

Noch immer tropfe das Löschwasser von den Decken. Es sei eine gespenstische, unwirkliche Atmosphäre, in der man sich hier bewegt. Doch die Hilfe von allen Seiten hilft. „Ein dickes Lob gilt unseren Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern, die von früh bis spät mitwerkeln“, so Gabriele Tenne. Selbst Nachbarn kämen vorbei und packen mit an. Und was ganz toll ist: Auch die Kunden der Kamenzer Tafel selbst. „Viele, die davon gehört haben, waren sofort zur Stelle und helfen nun, hier aufzuräumen. Wir sind deshalb schon gut vorangekommen!“

Die Polizeidirektion Görlitz bestätigte unterdessen nochmals den Einsatz eines Brandursachenermittlers am Montag am Brandort. „Genaue Ergebnisse der Untersuchung liegen jedoch noch nicht vor. Erfahrungsgemäß nehmen die Untersuchungen am Brandort und die darauffolgende Auswertung von gesicherten Spuren eine gewisse Zeit in Anspruch“, so Tobias Sprunk von der Pressestelle. Die Kriminalpolizei ermittelt also weiter. Zumindest eine fahrlässige Verursachung des Brandes kann derzeit immer noch nicht ausgeschlossen werden.

Spendenkonto: Zahlungsempfänger: Kamenzer Tafel e.V., Geldinstitut: Deutsche Bank; IBAN: DE 39870700240637276700; BIC: DEUTDEDBCHE, Verwendungszweck: Brand 2015.

Kontakt zur Kamenzer Tafel (Vereinschefin Gabriele Tenne): Telefon 0162 8707520 zu erreichen. Vor allem bei Sachspenden sollte man sie vorher kontaktieren.

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