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Geld und Recht

So kann man bei der Hochzeit sparen

Heiraten ist teuer. Sehr teuer. An den falschen Stellen sparen will aber auch niemand. Wo kann man also intelligent ansetzen?

Der schönste Tag im Leben sollte nicht gleich die ganzen Ersparnisse aufbrauchen ...
Der schönste Tag im Leben sollte nicht gleich die ganzen Ersparnisse aufbrauchen ... © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Hamburg. Der eigene Hochzeitstag soll eines wirklich sein: unvergesslich. Dafür sind viele Paare auch bereit, tief in die Tasche zu greifen. Doch so tief, dass man die ganzen Ersparnisse aufbraucht? Das muss nicht sein - es gibt viele Punkte, wo man sparen kann. Warum etwa aus dem schönsten Tag im Leben nicht einfach nur einen durchfeierten Abend machen?

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1. Der Hochzeitsabend: Kurz und intensiv feiern

Startet die Feier erst am späten Nachmittag, sparen die Gastgeber oft eine zusätzliche Mahlzeit für alle Gäste - den Nachmittagskaffee oder gar noch das Mittagessen. Diese Idee ist plausibel, aber nicht unproblematisch.

Die Hochzeits-Bloggerin und Buchautorin Susanne Rademacher aus Hamburg ist etwa davon nicht überzeugt. Wer sich erst am späten Nachmittag trauen lässt, habe für Gratulationen, Sektempfang und letztlich das Abendessen weniger Zeit. Dadurch könne das Fest zeitlich eng getaktet sein, Stress droht dem Paar. Feiernde sollte das bedenken und gut planen.

Svenja Schirk vom Bund deutscher Hochzeitsplaner hat einen ähnlichen Tipp: Familie und enge Freunde kommen zur Trauung und dem Dinner, die weiteren Bekannte dann nur abends zur Party. "Doch nicht immer kommt dies auch bei den Gästen gut an. Leicht entsteht der Eindruck einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft"", warnt Schirk. Andere freuten sich dagegen, immerhin am Abend mitfeiern zu können.

Sparen lässt sich besonders auch an den Bar- und Locationkosten, wenn man das Fest nachts begrenzt - denn jede Stunde extra kostet. Bleiben nur einige wenige Gäste weiter an der Bar sitzen, müssten Brautpaare auch auf keinen Fall die Feier künstlich in die Länge ziehen, betont Buchautor Thomas Sünder. "Als Gastgeber hat man das Recht, zu sagen, jetzt ist mal genug." Sein Rat: "Es ist eure Feier, setzt eure Regeln!"

2. Zehn Jahre nicht gesehen: Auf Einladung aus Höflichkeit verzichten

"Das hören Brautpaare zwar nicht gerne, aber die Gästeanzahl ist das, was am meisten Kosten verursacht", betont Rademacher. Bei einer üblichen Hochzeit müsse man mit 100 Euro pro Gast für Essen und Veranstaltungsort rechnen. Der Bund der Hochzeitsplaner veranschlagt für Essen und Getränke bei einer Feier in gehobener Gastronomie sogar je nach Region mindestens 150 bis 200 Euro pro Person.

Die Rechnung ist also einfach: Wer weniger Gäste einlädt, kann leicht sparen. Aber wo ziehen Paare die Grenze? Buchautor Thomas Sünder rät, konsequent zu sein und nur einzuladen, wen man wirklich dabei haben möchte.

Als DJ hat er bei mehr als 500 Hochzeitsfeiern aufgelegt und beobachtet, was immer wieder schieflief. Ein Punkt: "Ich würde nicht aus Höflichkeit ein Paar einladen, bei dessen Hochzeit ich vor sechs Jahren war und zu dem ich seitdem keinen Kontakt mehr hatte", sagt Sünder. "Und warum sollte irgendeine entfernte Verwandte dabei sein, die ich nur einmal im Jahr auf einem Familienfest sehe, und froh bin, wenn ich sie nicht sehe?"

Das könne auch der Stimmung schaden. Wie die Tante, die auf Hochzeitsspiele besteht, obwohl das Brautpaar mehrmals gebeten hat, sie wegzulassen.

Eine Patentformel, wie Verlobte Streichungen auf der Gästeliste kommunizieren können, hat Thomas Sünder nicht. "Man muss damit leben können, dass der Familienfrieden unter Umständen schief hängt." Hochzeitsplanerin Schirk berichtet, dass viele Paare den Betroffenen kurz erklären, warum sie nicht eingeladen werden - "zum Beispiel weil nur der engste Kreis mitfeiern soll oder der Platz begrenzt ist".

3. Hochzeit all-inclusive: Restaurants mit Gesamtpaket vorziehen

Für weniger Feiernde ist weniger Verpflegung nötig. Doch abgesehen davon: "Beim Essen sollte man nie sparen. Wichtig ist auch erstmal, dass ausreichend da ist", sagt Rademacher. "Ein guter Cateringanbieter findet für jedes Budget eine gute Lösung."

Von besonders ausgefallenen Kreationen rät Buchautor Sünder dabei ab: "Besser herzhafte Kost, die gut zubereitet ist - das kommt altersübergreifend gut an." Und kann das Budget schonen.

Aber es gibt auch hier Wege, auf gute Weise zu sparen: Nach Angaben des Branchenverbands für Veranstaltungsplaner (VDVO) ist es in der Regel kostengünstiger, in einem Restaurant oder Hotel zu feiern, das alles abdeckt. Hier muss Catering, Bestuhlung und der Raum nicht einzeln eingekauft oder angemietet werden.

Bei der Frage, ob Buffet oder Service am Tisch, gebe es preislich keinen großen Unterschied, so VDVO-Geschäftsführer Bernd Fritzges. Außer besonders viel gut geschultes Personal werde eingesetzt.

4. Kein Schnaps für alle: Getränkeangebot begrenzen

Die Gäste einzuladen ist guter Ton. Brautpaare müssen aber nicht gleich die ganze Bar öffnen. "Besser beschränkt man sich auf ein straffes Standardsortiment", rät Fritzges. Auch Sünder sieht das so, plädiert aber dafür einen guten Wein auszuwählen. "Aber außer Wein, Bier und Sekt braucht man keinen Alkohol, vielleicht noch eine Runde Digestif."

5. Zeitlich flexibel sein

Veranstaltungsorte sind oft lange im Voraus reserviert - oder teuer. Wer frühzeitig anfragt, aber beim Datum flexibel ist, hat bessere Chancen. "Deshalb sollte man erst die Angebote der Locations einholen und dann den Termin entsprechend festlegen", sagt Fritzges. Wobei hier natürlich das Standesamt mitspielen muss - in manchen Regionen ist das auch ein Faktor.

Auch die Beratung vor Ort kostet oft. Der Rat des Experten: "Paare könnten von Anfang an sagen, dass sie nur einen Absprachetermin benötigen und jeder weitere extra abgerechnet wird. Oder schon ankündigen, dass sie mit einem Experten zusammenarbeiten, der die Organisation übernimmt." Das könne den Preis unter Umständen senken oder dem Paar überhaupt erst zum Wunsch-Ort verhelfen.

Fritzges weiß aus Erfahrung, dass manche Veranstaltungsorte den Preis für Hochzeiten im Vergleich zu etwa Firmenfeiern bewusst höher ansetzen: Um potenzielle Kunden abzuschrecken oder den zusätzlichen Aufwand auszugleichen. "Brautpaare sind oft sehr aufgeregt und wollen immer wieder beraten werden oder sich mit der Location abstimmen", erklärt Fritzges. Buchautor Sünder hat daher einen Tipp für Anfragen: "Erstmal von einer Familienfest sprechen. Wenn es dann um 30 Prozent teurer sein soll, sobald ich von einer Hochzeit spreche, muss der Anbieter das gut erklären." (Ann-Kristin Wenzel, dpa)

Buchtipps: Thomas Sünder, "Wer ja sagt, darf auch Tante Inge ausladen", Blanvalet Taschenbuch Verlag, 2013, 9,99 Euro, ISBN: 978-3442381319, Susanne Rademacher, "Stilvoll heiraten: Mein Weddingplaner", Verlag Herder, 2018, 20,00 Euro, ISBN: 978-3451381188