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So können aufmerksame Nachbarn Einbrüche verhindern

In den letzten Wochen wurden wieder vermehrt Einbrüche in Radebeul bekannt. Man kann sich dagegen schützen.

Polizeihauptkommissar Detlef Kaminsky berät Bürger zum Thema Einbruchsschutz. Er kommt auf Anfrage auch zu den Leuten nach Hause, um zu zeigen, wie man Türen und Fenster richtig sichert. © Sebastian Schultz

Radebeul. Ob er auf seinem Grundstück Fallen gegen Einbrecher bauen darf, will der Radebeuler wissen. „Sie können auch einen Wassergraben buddeln und Krokodile reinsetzen. Aber dann müssen Sie aufpassen, dass Ihre Mutter nicht reinfällt, wenn sie zu Besuch kommt“, antwortet Polizeihauptkommissar Detlef Kaminsky. Ganz ernst gemeint ist das natürlich nicht. Aber der Polizist will klar machen, dass man keine übertrieben großen Geschütze auffahren muss, um sich gegen Einbrecher zu schützen. Er hat viele Tipps, die einfach, aber wirksam sind und nicht viel kosten. Auf Einladung des CDU-Stadtverbandes informierte er diese Woche darüber im Radebeuler Bootshaus.

Um die 30 Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser gab es zuletzt in Radebeul pro Jahr. Erst vor zwei Wochen wurden wieder mehrere Fälle in Oberlößnitz bekannt. Zu einem Haus in der Grünen Straße etwa verschafften sich die Einbrecher Zugang über die Terrassentür. Keine Seltenheit. Bei den letzten Einbrüchen in Radebeul kamen die Täter fast immer durch die Terrassentür in die Wohnung, sagt Kaminsky. Terrasse und Fenster sind bei Einfamilienhäusern die gefährdetsten Stellen. Deshalb empfiehlt der Experte, sie besonders zu sichern. Wer keine geprüft einbruchhemmenden Türen und Fenster hat, sollte auf Folgendes achten: stabiler Fensterstock und Flügelrahmen, Pilzkopfverriegelungen mit passenden Schließstücken und abschließbare Fenstergriffe.

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Bargeld, Uhren, Schmuck und Elektronik werden am häufigsten gestohlen. Neben dem materiellen Verlust hat ein Einbruch für die Opfer oft auch seelische Folgen. Jedes dritte Opfer erleidet einen Schock, sagt Kaminsky. 17 Prozent müssen sogar umziehen, weil sie es in der Wohnung nicht mehr aushalten.

Ganz so schlimm ist es bei einem Radebeuler Ehepaar zwar nicht, aber auch sie sind verunsichert, weil in ihren Keller in einem Haus der Wohnungsgenossenschaft eingebrochen wurde. Bei Kellereinbrüchen handele es sich meistens um Beschaffungskriminalität, sagt der Polizist. Die Täter sind Leute, die alles mitnehmen, was sie zu Geld für den nächsten Drogenkauf machen können. „Meistens wohnen die übrigens im Umkreis von drei Kilometern“, so Kaminsky. „Lagern Sie nichts Teueres im Keller“, empfiehlt er. Auch auf dem Grundstück sollten keine Gerätschaften einfach herumliegen.

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Die beste Waffe gegen Einbrecher sei ganz einfach Licht. Eine Außenbeleuchtung, die bei Bewegung anspringt, hilft. Allerdings kommen Einbrecher entgegen der landläufigen Meinung nicht nur in der Nacht. Von den 4 071 Einbrüchen in Sachsen im Jahr 2017 geschahen 1 785 am Tag.

Ein besonders wichtiger Schutz gegen Einbrecher ist und bleibt deshalb auch eine aufmerksame Nachbarschaft, sagt Kaminsky und erinnert an einen Fall aus Weinböhla von 2015. Dort war zu dieser Zeit eine Bande unterwegs, die bis nach Wilsdruff in Häuser einbrach. Aufgeflogen ist sie, weil ein aufmerksamer Nachbar sich über ein Auto mit fremden Kennzeichen wunderte, das mehrfach in seiner Straße unterwegs war, und das der Polizei meldete.

Den Eindruck vieler Bürger, dass rund um Radebeul vergleichsweise besonders viele Einbrüche passieren, kann Kaminsky aber nicht bestätigen. In Meißen sei die Zahl in etwa gleich hoch, sagt er. In Dresden gebe es drei Mal mehr Einbrüche.

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