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Dresden

So kommt das Hilfspaket vor Ihre Haustür

Ordern, Packen, Fahren. Beim neuen Lieferservice der SZ greifen viele Rädchen ineinander. Ein Blick hinter die Kulissen.

Packen im Akkord: Andreas Schaumburg (l.) und Patrick Rothe behalten im Edeka-Markt den Überblick.
Packen im Akkord: Andreas Schaumburg (l.) und Patrick Rothe behalten im Edeka-Markt den Überblick. © Sven Ellger

Jetzt kommt er doch ins schwitzen. Mit schnellen Schritten eilt Patrick Rothe durch den Markt. Die Kommandos für die Kollegen sitzen. Nur noch die Kühlakkus müssen in die Tüten, dann sind die grünen Kisten komplett. Draußen am Warenlager wartet schon der Fahrer von PostModern, um sie für die Auslieferung entgegenzunehmen.

Es ist Tag 1 für das Projekt „SZ-Hilfspaket“. Die Idee: Über die SZ können sich Dresdner, die ihr Zuhause gerade nicht verlassen können oder wollen Dinge des täglichen Bedarfs nach Hause liefern lassen. Projektpartner für die Lebensmittel ist der Edeka-Markt an der Hamburger Straße. Eine Liste von rund 50 Produkten hat Marktleiter John Scheller zusammengestellt. Ab sofort kann jeder telefonisch bestellen, und sich die Waren direkt vor die Tür liefern lassen. 

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Die Liste wird jeden Tag in der Zeitung abgedruckt. „Für das erste Mal hat das schon ganz gut geklappt“, stellt Patrick Rothe zufrieden fest. Der stellvertretende Marktleiter kümmert sich bei Edeka um das Projekt. Seit morgens um zehn ist er an diesem Donnerstag auf Achse. „Eines ist jetzt schon klar“, sagt der 25-Jährige. „Morgen fangen wir eher an.“ Wie viele seiner Kollegen, trägt Rothe einen Mundschutz, um gegen mögliche Corona-Viren gewappnet zu sein.

Gleich 21 Pakete galt es zur Premiere abzuarbeiten. Das heißt: Die Produkte werden im Markt zusammengesucht, dann Label gedruckt, alle Waren einzeln an der Kasse abkassiert und schließlich eingetütet. Rund eine Viertelstunde brauchen zwei Mitarbeiter für eine Kiste. Wenn sich die Abläufe in den nächsten Tagen eingespielt haben, sollte das vielleicht etwas schneller gehen. Aber wer weiß, wie viele Kisten es zu packen gibt, wenn sich der Service erst einmal herumgesprochen hat.

Vor allem Milch ist gefragt

Der größte Hilfspaket-Einkauf am ersten Tag kostet rund 50 Euro, der bescheidenste gerade mal acht Euro. „Wahrscheinlich ging es dem Besteller vor allem um das Toilettenpapier“, sagt Marktleiter Scheller und lacht. Allerdings hätten überraschenderweise nur die Hälfte der Interessenten das begehrte Rollengut für die Lieferung ausgewählt. 

Womöglich ein erstes Zeichen dafür, dass sich die Nachfrage in den nächsten Tagen auch im Laden normalisieren könnte. An diesem Tag jedenfalls durften sich die Mitarbeiter noch nicht trauen, die Wagen mit den frisch gepackten Kisten auch nur einen Moment im Geschäft aus den Augen zu lassen.

Ansonsten ist vor allem Milch gefragt. Viele bestellen gleich eine ganze Stiege. Auch Küchenpapier, Käse, Butter, Kaffee und Dosenravioli stehen auf vielen der Bestellzettel.

Mit fast allem können Rothe und seine Kollegen dienen. Nur das Toastbrot ist ihnen heute beizeiten ausgegangen.

Fürs Erste können die Verkäufer durchschnaufen. Jetzt übernimmt Postmodern, ein Unternehmen der DDV Mediengruppe, zu der auch die SZ gehört. Ein Fahrer lädt die Kisten in seinen Transporter. Gerade so passen sie alle hinein. Nun bringt er die Ware ins Sortierzentrum nach Trachenberge. Dort gilt es zunächst, die optimalen Routen für die abendliche Auslieferung zu planen. Alexander Muschner übernimmt 14 der 21 Kisten. 

Gegen 18 Uhr macht er sich mit einem der roten PostModern-Auto auf den Weg in Richtung Johannstadt. Isolde Vogelsang ist die allererste, die ihr Paket in Empfang nimmt. Muschner trägt Handschuhe und grüßt die ältere Dame an der Tür aus sicherer Entfernung. Ob er die schwere Kiste bitte gleich in den Keller bringen könne, fragt die Bestellerin mit einem freundlichen Lächeln. Macht er doch gern. 

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Nach wenigen Sekunden ist der Fahrer schon wieder auf der Treppe. „Alles Gute. Passen Sie auf sich auf“, sagt er noch. „Vielen Dank und bleiben sie gesund“, antwortet Isolde Vogelsang. Der übliche Gruß in Corona-Zeiten, den Alexander Muschner an diesem Abend noch einige Male hören wird.

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