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So lebt es sich in Mittelsachsen

Der Landkreis schneidet bei Kaufkraft, Arbeit, Wohnen und Arztdichte schlecht ab. Es gibt auch Positives.

© Foto/Archiv: Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

Mittelsachsen. In Mittelsachsen gibt es mehr Pflegebedürftige, weniger Übernachtungen und die Leute müssen mehr als im Bundesdurchschnitt arbeiten. Das und vieles mehr haben Forscher der Prognos AG für die ZDF-Deutschlandstudie „Wo lebt es sich am besten?“ herausgefunden.

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53 Kriterien wurden ausgewählt, für die es für die 401 Kreise und kreisfreie Städte Vergleichsdaten gibt. Und wie beim Stand der Digitalisierung schneidet der Landkreis Mittelsachsen nicht so gut ab. Er erhielt insgesamt 170 von 300 möglichen Punkten und belegt damit Platz 178 im Ranking und liegt damit in der unteren Hälfte. Der Landkreis Meißen hat mit 174 Punkten Rang 133.

Im Landkreis gibt es ausreichend Angebote zur Kinderbetreuung

Dabei hat der Kreis Mittelsachsen auch Vorzüge aufzuweisen. Dazu zählt die Ganztagsbetreuung in Kindereinrichtungen. Laut der Studie wurden im Landkreis 76,7 Prozent der Mädchen und Jungen im Kindergartenalter betreut. Deutschlandweit waren es nur kapp 45 Prozent und im Landkreis Meißen sogar etwas mehr als 80 Prozent. Im Bereich Gesundheit und Sicherheit nimmt der Landkreis Rang 106 ein. Damit ist er zwar hinter Meißen (Rang 90) platziert, trotzdem kann sich die Platzierung sehen lassen. Immerhin liegen die Lebenserwartungen bei Frauen bei fast 84 Jahren und bei Männern bei knapp 78 Jahren. Das entspricht etwa dem Bundesdurchschnitt. Ein Arzt muss in der Region etwa 722 Patienten behandeln, in Meißen sind es 640 und deutschlandweit kommen auf einen Arzt 570 Patienten.

Weit unter den Bundesdurchschnitt liegt die Anzahl der Gewaltverbrechen. In diesem Bereich wurden im Jahr 2016 13 pro 10 000 Einwohner aufgenommen. In Meißen waren es 14 und deutschlandweit 24 Verbrechen dieser Art. Bei den Wohnungsdiebstählen liegt Mittelsachsen mit 9,1 allerdings über dem Durchschnitt von 7,7 je 10 000 Einwohner in Deutschland.

Bürger suchen Alternativen zu Bar- oder Restaurantbesuch

Die Mittelsachsen lesen gern – zumindest laut der Studie. Von 1 000 Einwohnern sind 83 aktive Nutzer der Bibliotheken. Sie leihen pro Einwohner im Durchschnitt vier Bücher aus. Etwas anders sieht das im Landkreis Meißen aus. Hier nutzen 69 Einwohner von 1 000 das Angebot und es werden im Durchschnitt nicht ganz drei Bücher pro Person im Jahr ausgeliehen.

Pluspunkte sammelt Mittelsachsen auch bei der Vereinsarbeit. Immerhin sind fast acht von 1 000 Einwohnern Mitglied in einem Verein, im Landkreis Meißen sind es 6,5 und deutschlandweit 7,3. Vielleicht nutzen die Mittelsachsen das Zusammensein in den Vereinen, weil sie relativ wenige Möglichkeiten für einen Bar- oder Restaurantbesuch haben. Auf 10 000 Einwohner kommen 15 Angebote. Nur eins mehr hat Meißen zu bieten. Diese Zahlen liegen weit unter dem Bundesdurchschnitt. Denn in Deutschland kommen fast 22 Bars oder Restaurants auf je 10 000 Einwohner. Auch bei den Übernachtungen in Hotels oder Pensionen schneidet Mittelsachsen schlecht ab. Pro Einwohner wurden 2,3 Übernachtungen im Jahr ermittelt, in Meißen sind es drei und im bundesdeutschen Durchschnitt 5,3.

Den Mittelsachsen stehen pro Einwohner 52,5 Quadratmeter Erholungsfläche zur Verfügung. Deutschlandweit sind es 54,2 Quadratmeter und im Landkreis Meißen sogar 63,8 Quadratmeter.

Am schlechtesten sieht es im Landkreis in der Kategorie Arbeit und Wohnen aus. Mit 55,6 Punkten kommt er auf Rang 272 und liegt damit im unteren Drittel. Meißen ist mit 55,5 Punkten nicht viel besser. Die Arbeitslosenquote liegt im Bundesdurchschnitt. Dafür liegen die geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen höher. Das sind immerhin 1 442 Stunden im Gegensatz zu bundesweit 1 368 Stunden. Niedriger ist dafür die Kaufkraft pro Kopf. Die liegt in Mittelsachsen bei 19 500 Euro, in Meißen bei 20 000 Euro und in Deutschland bei 22 500 Euro.

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Mit einer Schulabbrecherquote von 9,5 Prozent ist Mittelsachsen schlecht. Immerhin wird der Bundesdurchschnitt mit 5,4 Prozent angegeben. Im Landkreis sind es 7,7 Prozent, die die Schule eher verlassen. Ursachen dafür werden nicht angegeben. In der Rubrik Arbeit und Wohnen ging es auch um den Schuldenstand je Einwohner beim öffentlichen Haushalt. Hier kann sich Mittelsachsen sehen lassen. Denn es sind im Gegensatz zum Durchschnitt in Deutschland, der 1686 Euro beträgt, nur 482 Euro und in Meißen 806 Euro. Bei den Privatschuldnern gibt es keine wesentlichen Unterschiede. Ein Minus von 5,4 steht bei der Bevölkerungsentwicklung zu Buche, in Meißen liegt der Wert bei minus 3,7. Die schlechteste Region liegt bei einem Minus von 8, 1 Prozent.