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So muss der FC Oberlausitz um den Klassenerhalt bangen

Gegen Auerbach fehlt vorn die Durchschlagskraft und hinten passieren zu viele Fehler.

© Florian Richter 2017

Von Jens Kölz und Frank Thümmler

Der FC Oberlausitz Neugersdorf hat sein Punktspiel am Mittwochabend gegen den VfB Auerbach auf dem Ebersbacher Kunstrasenplatz mit 1:3 verloren und befindet sich damit weiter tief im Abstiegskampf. Die Gäste sind mit ihrem ersten Auswärtssieg der Saison auf einen Punkt an die Oberlausitzer herangerückt. Was besonders Sorgen bereitet: Der Sieg der Vogtländer war insgesamt verdient.

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Das Spiel auf dem relativ kleinen Kunstrasenplatz begannen beide Mannschaften zwar mit hohem Tempo, spielten dabei aber zu ungenau, was auf dem kleinen Platz mit engen Räumen immer wieder mit Ballverlusten bestraft wurde. Chancen blieben so Mangelware. FCO-Stürmer Djumo versuchte sich mit einem Volleyschuss, aber der Auerbacher Sieber warf sich dazwischen. Auf der anderen Seite schoss Wild mit einem Schrägschuss knapp über das Tor (21.). Dann hatten die Gastgeber aber zwei Gelegenheiten, um in Führung zu gehen. Nach einem schönen Doppelpass mit Vidal spielte Djumo nach innen auf Stoßstürmer Blaser, der aber aus fünf Metern am prächtig reagierenden Auerbacher Torwart Schmidt scheiterte. Bei der darauffolgenden Ecke kam Matula frei zum Kopfball, der aus sechs Metern aber knapp über das Tor ging. Danach wurde das Spiel, das beide Mannschaften mit hoher Laufbereitschaft bestritten, hektischer. Kurz vor der Pause hatten die Gäste die Riesenchance zum Führungstreffer. Schlosser drehte einen Dreistoß von der rechten Seite Richtung Tor, Stock kam mit dem Kopf an den Ball, aber FCO-Torwart Aubele parierte reaktionsschnell, auch unmittelbar danach den zweiten Kopfball von Heger. Trotzdem war FCO-Trainer Manfred Weidner mit der ersten Halbzeit nicht unzufrieden: „Wir hatten dieser Szene vielleicht auch etwas Glück, andererseits aber selbst auch drei, vier Chancen, ein Tor zu erzielen. Aber nach dem Seitenwechsel haben wir den Faden völlig verloren.“ Tatsächlich gingen auf dem Platz die (Flut-)Lichter an, beim FC Oberlausitz aber aus.

Neugersdorf versuchte nach dem Seitenwechsel etwas mehr, fand aber keine Lücke in der Auerbacher Abwehr. Anders die Gäste. Wild setzte sich gegen drei Neugersdorfer durch und netzte aus zehn Metern vorbei am chancenlosen Aubele zum 0:1 ein (53.). „Das darf einfach nicht passieren“, kommentierte Weidner nach dem Spiel. Seine Mannschaft wirkte nach dem Gegentreffer geschockt, spielerisch lief jetzt eher noch weniger zusammen, während die Gäste das Spiel bestimmten und mehr Zug zum Tor zeigten. Einzige Ausbeuter der Neugersdorfer Offensivbemühungen war ein Schuss aus spitzem Winkel von Djumo, der aber dem Gästetorwart keine Mühe bereitete. Alle FCO-Eingaben wurden eine sichere Beute der Abwehr. Nach 76 Minuten fiel das vorentscheidende 0:2. Nach einem Eckball von Schlosser stand Heger förmlich in der Luft und nickte aus fünf Metern ein. „Bei diesem Standard haben wir viel zu wenig Gegenwehr gezeigt“, monierte Weidner, der jetzt Gerstmann und Vachousek einwechselte. Sofort kam etwas mehr Schwung in das Neugersdorfer Offensivspiel. Schlosser schoss zunächst für die Gäste aus 20 Metern knapp am Tor vorbei (80.). Dann hatte Gerstmann zwei Chancen zum Anschlusstreffer. Erst war er links durch und traf den Innenpfosten, dann hatte er aus zwölf Metern freie Schussbahn, schoss aber zu zentral auf Schmitt. Im Gegenzug machte Zimmermann den Sack für die Auerbacher endgültig zu. Er hämmerte eine zu kurze Rückgabe volley zum 0:2 ins Netz (84.). Den Neugersdorfern gelang wenigstens noch der Ehrentreffer. Nach einem weiten Einwurf und viel Gestocher im Gästestrafraum kam Löwe an den Ball und stocherte ihn aus fünf Metern über die Linie. Eine echte Chance, das Spiel noch einmal spannend zu machen, hatten die Neugersdorfer aber nicht mehr.

Eine Formkrise käme jetzt, wo nacheinander fünf englische Wochen anstehen, zum ungünstigsten Zeitpunkt. Das weiß auch FCO-Trainer Manfred Weidner, der eine Lösung finden muss, wie er auch ohne den verletzten Torjäger Josef Marek (fehlt voraussichtlich vier Wochen) mit seiner Mannschaft wieder mehr Torgefahr erzeugt. Zeit zum Luftholen bleibt kaum. Am Sonnabend steht schon das nächste Heimspiel an. Mit Union Fürstenwalde kommt ein Team, dass sich unter Trainer Matthias Mauksch (ehemals Dynamo Dresden) im Mittelfeld etabliert hat. Und nur vier Tage später, wird es im dritten Heimspiel binnen einer Woche gegen Lok Leipzig mit Trainer Heiko Scholz garantiert auch nicht leichter.

FCO: Aubele – Matula, Wolf, Becker, Rosa –Petrick, Dittrich – Vidal, Löwe – Blaser, Djumo

Tore: 0:1 Wild (53.), 0:2 Heger (76.), 0:3 Zimmermann (84.), 1:3 Löwe (86.), SR: Steven Graf (Westhausen), Zu: 113.