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So schlimm geht es Dresdens Rathäusern

In vielen Stadtteilen dreht es sich in prunkvollen Bauten um die Anliegen der Bürger. Doch der Prunk ist gefährdet.

Von Annechristin Bonß

Der zweite Rettungsweg fehlt, Behinderte müssen über Kanten und Stufen, der Aufzug fehlt und Datentechnik ist veraltet: Der Zustand von Dresdens Ortsämtern hat schon einmal besser ausgesehen. Das hat eine Anfrage von Stadtrat Thomas Krause (CDU) ergeben. Demnach liegt eine vollständige Analyse aller Mängel an den Ortsämtern nicht vor. Nach und nach müsse der Zustand erfasst werden. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass sich die Probleme in den einzelnen Ortsämtern gleichen. Meist wurden diese vor mehreren Jahrzehnten gebaut. Jene in Cotta und Plauen entstanden zum Beispiel um 1900. Nun werden Brandschutz, veraltete Abwasserleitungen und verschlissene Sanitärbereiche zum Problem.

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Um diese zu beheben, braucht die Stadt viel Geld. Derzeit wird die Sanierung der Ortsämter in Cotta und Pieschen geplant. In den kommenden Wochen sollen konkrete Kostenschätzungen vorliegen, heißt es in der Antwort auf die Stadtratsanfrage. Erst wenn diese Zahlen vorliegen, soll entschieden werden, welches Ortsamt zuerst saniert wird. Dabei geht es um die Machbarkeit der Arbeiten. Unter anderem sollen die Ortsämter mit einem Aufzug versehen werden. Falls erforderlich, bauen die Arbeiter ein zusätzliches Treppenhaus an, erneuern die Datentechnik und die Elektroleitungen und bessern Fehler in der Fassade aus. Dabei rechnet die Stadt mit einem erheblichen Finanzbedarf.

Welche Folgen der schlechte Zustand der Gebäude haben kann, haben die Cottaer im vergangenen Jahr erfahren. Der große Saal, in dem die Sitzungen des Ortsbeirates stattfinden, musste gesperrt werden. Das Gremium und interessierte Zuhörer mussten in einen Ausweichstandort umziehen. Den zu finden, war nicht einfach.