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So schön war die Schlössernacht

Zum zehnten Jubiläum der Dresdner Schlössernacht mit 6 000 Besuchern gab es prächtige Blumengrüße und langerwartete Gäste zu erleben.

© Robert Michael

Dresden.Natürlich singt er es. Aber er singt es spät. Erst lange nach dem pompösen Feuerwerk, als viele Besucher der Schlössernacht am Elbhang schon auf dem Weg nach Hause sind, stimmten Norbert Leisegang und sein Keimzeit Akustik Quintett den Evergreen „Kling Klang“ an und bringt das Publikum zum Träumen oder Mitgrölen – je nach Alkoholwert.

So schön war die Schlössernacht

In Dresden ist am Wochenende die 10. Schlössernacht gefeiert worden.
In Dresden ist am Wochenende die 10. Schlössernacht gefeiert worden.
Schlössernacht 2018, Keimzeit Akustik Quintett, Schloss Albrechtsberg, Foto: Rene Meinig
Schlössernacht 2018, Keimzeit Akustik Quintett, Schloss Albrechtsberg, Foto: Rene Meinig

Fünf Jahre lang hatten die Veranstalter zuletzt versucht, Keimzeit zur Schlössernacht zu locken. Zum zehnten Jubiläum passte es endlich. Sowieso passten in diesem Jahr so ziemlich alle Rädchen ineinander. Sogar das Wetter machte am Samstagabend, was es sollte, nachdem es im vergangenen Jahr noch geschüttet hatte. Diesmal wie bestellt: ein paar Wolken, ein laues Lüftchen und Wärme für Körper und Seele.

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Schon Tage zuvor war die Veranstaltung mit 6 000 Karten praktisch ausverkauft gewesen. Lediglich 300 Tickets wurden für die Abendkasse zurückgehalten. Bedarf gab es dann aber mehr, wie die langen Schlangen an den Eingängen zeigten.

Drinnen zeigte sich schnell, welch verschiedene Erwartungen die Gäste an diese Nacht hatten. Während die einen schon am zweiten Weinstand hängenblieben, folgten andere fest ihrem vorher ausgeklügelten Plan, um möglichst viele der mehr als 400 Künstler in Aktion zu erleben.

Einen besonderen optischen Leckerbissen inszenierte am Teich zwischen Saloppe und Schloss Albrechtsberg der Lichtkünstler Tom Roeder, der dort überdimensionale Blumen zum Strahlen brachte.

Die musikalische Überraschung des Abends war die bislang zu Unrecht noch relativ unbekannte Dresdner A-cappella-Formation Blended. Im Stile der großen Pentatonix aus den USA ließen die fünf jungen Sängerinnen und Sänger einen beeindruckenden Klangteppich über Schloss Albrechtsberg schweben. Waren bei ihrem ersten Auftritt am frühen Abend noch einige Plätze freigeblieben, hatte sich der Geheimtipp schon drei Stunden später herumgesprochen. Gegen diese Stimmgewalt verblasste die Abba-Coverband am Schloss Eckberg zu einem Abziehbild des Originals. Zum Mitsingen reichte es aber.

Einziges echtes Ärgernis des Abends war einmal mehr, und wenig überraschend, das Parken. Ein Autofahrer mit Kölner Kennzeichen schimpfte, dass er mit einem Knöllchen bedacht wurde, weil er relativ zeitig angereist war. Der Großteil der Autos, die später den Gehweg an der Bautzner Straße zuparkten, kam in diesem Jahr dagegen ohne Strafzettel davon. „Diese Art von Willkür ist eine Sauerei“, so der Fahrer. „Das hat diese Stadt doch nicht nötig.“