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So schön wird das neue Museum

Der Innenausbau des Hauses am Niedermarkt 8 geht mit großen Schritten voran. Da trifft schon jetzt Historie auf Moderne.

© André Braun

Von Tina Soltysiak

Waldheim. Noch neun Wochen bleiben den Bauarbeitern Zeit, um die Arbeiten im Innen- und Außenbereich des alten Tuchmacherhauses am Niedermarkt 8 fertigzustellen. „Für den 25. November, das ist ein Sonnabend, ist die Eröffnung unseres neuen Stadt- und Museumshauses vorgesehen“, sagt Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) am Mittwoch. Er gewährt einen Blick hinter die Kulissen. „Es geht richtig gut voran. Jeden Tag sieht man eine Veränderung. Der Fahrstuhl funktioniert auch schon“, erzählt er.

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Bis zum ersten Stock sind die historischen Stufen aus Rochlitzer Porphyr erhalten geblieben. Sie wurden nur aufgearbeitet.
Bis zum ersten Stock sind die historischen Stufen aus Rochlitzer Porphyr erhalten geblieben. Sie wurden nur aufgearbeitet. © André Braun
Im Hinterhof wird der Wintergarten errichtet. In dem sollen künftig unter anderem Lesungen veranstaltet werden.
Im Hinterhof wird der Wintergarten errichtet. In dem sollen künftig unter anderem Lesungen veranstaltet werden. © André Braun
Diese historische Lehmwand wird nicht verputzt. Sie bleibt als Zeitzeugnis erhalten.
Diese historische Lehmwand wird nicht verputzt. Sie bleibt als Zeitzeugnis erhalten. © André Braun

Im Hinterhof haben die Mitarbeiter der Firma Estler begonnen, das Erdreich auszubaggern. Vergangenen Donnerstag hatten die Mitglieder des Technischen Ausschusses den Auftrag für die Neugestaltung vergeben. Das Gelände werde begradigt. „Wir haben noch Restbestände an Granitpflaster, die verlegt werden. Es soll ein geschwungener Weg in Richtung Gartentor entstehen. Und aus vorhandenem Porphyr werden Sitzgelegenheiten geschaffen“, so Steffen Ernst. Zudem werde zum Nachbargrundstück ein Sichtschutz errichtet.

Hans-Dietrich Wolf und sein Kollege Ronald Häfner von der Firma Metallbau Martin haben am Montag begonnen, die Aluelemente für die Fenster des Wintergartens zu montieren. „Das sind Maßanfertigungen, die in Hartha hergestellt worden sind“, sagt Wolf. Noch in dieser Woche soll auch die Verglasung eingebaut werden, ergänzt Steffen Ernst. Noch sind in dem Anbau die Holzbalken an den Decken zu sehen. Das wird sich in Kürze ändern. „Der Brandschutz sieht vor, dass wir eine feuerfeste Deckenverkleidung anbringen“, erläutert der Bürgermeister.

Doch an anderer Stelle, nämlich im Dachgeschoss, dürfen die Balken offenliegen. In diesem Bereich geht es thematisch um die Stadtgeschichte. „Es ist schön, dass das Fachwerk zu sehen bleibt, auch die neu angeschuhten Balken“, meint Ernst. Vor eine original verputzte Lehmwand soll lediglich eine Glasscheibe gezogen werden, um sie vor Berührungen zu schützen. „Das Haus an sich ist ja schon ein Museum“, so Steffen Ernst. Denn an den Dachbalken ist noch eine Seilwinde zu sehen, die die Tuchmacher einst nutzten, um ihre Waren ins Innere des Hauses zu bringen.

Wie das künftige Stadt- und Museumshaus aufgeteilt werden soll, ist schon länger klar: im Erdgeschoss die Information, in der ersten Etage die Ausstellung mit Werken des Bildhauers Georg Kolbe und in der zweiten Etage die Stadtgeschichte. Doch die wird nicht von Anfang an komplett zu sehen sein, sondern dem Besucher erst nach und nach präsentiert. Denn das Büro Helmstedt-Schnirch-Rom, das für die Gestaltung zuständig ist, will die Geschichte in überdimensionalen Koffern verpacken, erklärt Ernst. „Der erste wird am Eröffnungstag zu sehen sein. Und es gibt natürlich unabhängig davon noch weitere Ausstellungsstücke zur Stadtgeschichte“, ergänzt er. Mitarbeiter des Planungsbüros seien am Mittwochvormittag nochmals vor Ort gewesen, um das Farbkonzept abzustimmen. Schließlich solle auch die Beschriftung der Exponate harmonieren und zur übrigen Raumgestaltung passen.

Jedes Mal aufs Neue begeistert ist der Bürgermeister von dem Rochlitzer Porphyr, der sich an zahlreichen Stellen im Gebäude wiederfindet. „Bis zum ersten Stock sind die historischen Porphyr-Stufen erhalten geblieben. Das sieht und spürt man. Die übrigen wurden neu gefertigt“, erklärt der Hausherr.

Den Umbau lässt sich die Stadt Waldheim rund 1,7 Millionen Euro kosten. Für die Innengestaltung hatte sie sich finanzielle Unterstützung von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen erhofft. Doch das Fördergeld wurde verwehrt.