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So setzen Kunden ihre Ansprüche bei Zugverspätung durch

Die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn im Jahr 2018, Quelle: Deutsche Bahn © Foto: PR

Die Entschädigung bei Zugverspätung müssen Kunden beim Servicecenter für Fahrgastrechte beantragen.

Dafür gibt es entweder im Zug, am Bahnhof oder online zum Ausdrucken ein Formular. Das müssen sie ausfüllen und mit der Fahrkarte oder zum Beispiel ihrer Bahncard-Nummer in einem Reisezentrum abgeben oder per Post schicken. Auf digitalem Weg senden geht nicht. Vielfahrer sollten das Formular online ausfüllen und im Computer speichern. Daten wie Anschrift oder Kontoverbindung müssen dann nicht jedes Mal wieder eingetragen werden.

Wer auf den umständlichen Weg verzichten will, findet Anbieter im Internet. Einer ist Zug-Erstattung.de. Das Prinzip: Man lädt sein Ticket hoch, das System liest die Daten aus und bereitet auf deren Basis den Antrag vor. Man selbst fügt diesem noch seine Anschrift und Kontoverbindung hinzu. Das Verschicken an die Bahn übernimmt danach der Anbieter. Das kostet ab dem zweiten Antrag 0,99 Euro Gebühr. Ähnlich macht es Refundrebel.com, bis Ende Januar 2019 noch gebührenfrei.

Bahn-Buddy.de geht noch weiter: Das Portal prüft anhand des hochgeladenen Tickets die Ansprüche des Kunden und macht ein Angebot für eine Sofort-Auszahlung der Entschädigung. Dafür fällt eine Gebühr an, deren Höhe sich an den Erfolgsaussichten des Antrags orientiert. Maximal seien es 20 Prozent der im Raum stehenden Entschädigungssumme, im Schnitt würden zwölf Prozent abgezogen, sagt Philipp Eischet. Er ist Mitgründer des Unternehmens RightNow, zu dem Bahn-Buddy.de gehört. Das bedeutet: Steht einem theoretisch eine Summe von 50 Euro zu, erhält der Bahnkunde bei zwölf Prozent Gebühr noch 44 Euro. Das Geld fließe in kurzer Zeit, lautet das Versprechen. Und es steht einem unabhängig davon zu, ob Bahn-Buddy.de die Summe letztlich auch erfolgreich für sich von der Deutschen Bahn eintreibt.

Wie lange dauert es sonst, bis Geld fließt? Die Bahn muss einen Antrag innerhalb eines Monats bearbeiten. Meist geht es schneller. Anfang November betrug die durchschnittliche Zeit rund zehn Tage. Nur bei eher selten vorkommenden Härtefällen müssen Verbraucher die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) rufen. Sie schlichte in 60 bis 70 Prozent der Fälle im Kundensinne.

Für Ansprüche spielt laut Bahn der Grund für die Verspätung keine Rolle. Auf höhere Gewalt kann sich der Konzern im Gegensatz zu Airlines nicht berufen. Ist eine Bahn mit viel Verzug unterwegs, verteilen Zugbegleiter mitunter während der Fahrt die Formulare und bestätigen die Verspätung durch einen Zangenabdruck. Das ist aber an sich nicht nötig: Ob eine Verspätung vorlag, lässt sich bei der Antragsprüfung im System nachvollziehen, versichert die Deutsche Bahn. Von Katrin Saft 

Entschädigung beantragen: http://dpaq.de/soEO3