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So sieht die neue Gartenstraße aus

Die Einmündung in die S 154 wird komplett verlegt. Wer das Millionenprojekt baut, ist offen. Es gibt Streit um die Vergabe.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Sebnitz. Die Einmündung der Gartenstraße in die S 154 in Sebnitz ist seit jeher ein Hindernis und eine Gefahrenquelle. Die Nebenstraße trifft in so spitzem Winkel auf die Hauptstraße, dass, wer von Süden kommend hier einbiegen will, beinahe eine 180-Grad-Kurve fahren muss. Das funktioniert nur bei niedrigem Tempo. Für Lkws und Busse ist die Einfahrt aus dieser Richtung verboten – sie würden nicht rumkommen, ohne auf die Gegenspur auszuholen. Mit der anstehenden Sanierung dieses Abschnitts soll das Problem entschärft werden. Die Einmündung wird verlegt.

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© SZ/Grafik

Rechtwinklige Einfahrt

Aus der aktuell spitzwinkligen Einfahrt soll eine rechtwinklige werden. Die gesamte Kreuzung wird dafür um gut hundert Meter nach Süden verlegt. Statt oberhalb des Wegs Hasenberg trifft die Gartenstraße künftig in etwa in der Mitte zwischen Hasenberg und der Straße Am Plader auf die Staatsstraße. Die neugestaltete Kreuzung verbessert nicht nur den Verkehrsfluss, sie hat auch positive Folgen für den öffentlichen Nahverkehr. Die Busse der OVPS können künftig vom Kreisverkehr kommend direkt zum Bahnhof einbiegen. Das verbessert die Anschlüsse zu den Zügen. Bisher muss der Bus bis zum Stadion fahren und dort wenden. Das kostet entscheidende Minuten.

Schandauer erhält Abbiegespur

Die S 154, die hier Schandauer Straße heißt, wird im Kreuzungsbereich deutlich verbreitert und um eine Abbiegespur ergänzt. Linksabbieger, die aus Richtung Neustadt kommen, ordnen sich künftig hier ein, wenn sie ins Sebnitzer Stadtzentrum oder in das Wohngebiet auf dem Knöchel wollen. Die nachfolgenden Autos müssen nicht mehr warten, bis die Abbieger den Gegenverkehr haben passieren lassen.

Gartenstraße wird tiefergelegt

Um die veränderte Verkehrsführung zu realisieren, muss mächtig Erde bewegt werden. Durch die Verlegung der Kreuzung wächst der Höhenunterschied zwischen der Schandauer und der bisherigen Trasse der Gartenstraße. Die neue Gartenstraße wird deshalb im Vergleich zu bisher deutlich abgesenkt. Es entsteht ein tiefer Einschnitt ins Gelände, der hangseitig mit einer bis zu 3,50 Meter hohen Stützmauer abgesichert wird. Die Fahrbahn selbst ist in einer Breite von 6,80 Meter angelegt, entlang der stadtauswärtigen Seite entsteht ein kombinierter Fuß- und Radweg, der 2,50 Meter breit ist. Der Finkenbach wird verlegt und erhält ein neues Bett sowie eine Fußgängerbrücke.

Fördermittel stehen noch aus

Das gesamte Vorhaben wird laut derzeitiger Planung über 1,2 Millionen Euro kosten. Die nötigen Fördermittel vom Land Sachsen sind bisher noch nicht freigegeben. Um wie geplant noch in diesem Jahr bauen zu können, muss Sebnitz das Projekt voraussichtlich aus dem Stadthaushalt vorfinanzieren. Angesichts der derzeit guten Finanzlage sei das aber machbar, erklärte Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU).

Unternehmen legt Widerspruch ein

Offen ist noch, wer das Millionenprojekt baut. Angebote haben die Sebnitzer Straßenbaufirma Montag sowie die Firma Eurovia aus Radeberg vorgelegt. Zur Angebotseröffnung war zunächst Eurovia der günstigste Bieter. Die Firma Montag hatte jedoch ein Nebenangebot abgegeben und konnte dadurch unterbieten. Sie will die geforderte Stützmauer mit anderen Steinen bauen. Gegen diese Vergabeentscheidung der Stadt Sebnitz hat Eurovia Widerspruch eingelegt. Der Fall liegt aktuell bei der Vergabestelle der Landesdirektion. Eine Entscheidung wird diese Woche erwartet.